ÖBB Geschäftsbericht 2024 – Magazin

25 Für ein stabiles Morgen Die ÖBB-Infrastruktur AG (ÖBB INFRA) ist für rund 5.000 Kilometer Streckennetz, mehr als 6.600 Brücken, 259 Tunnel und über 1.000 Bahnhöfe und Haltestellen in Österreich verantwortlich. Dement- sprechend war die ÖBB INFRA von den extremen Wetterereignissen des vergan- genen Jahres mit Schäden in Millionen- höhe betroffen. Zugleich wurde das Modernisierungs- und Ausbauprogramm fortgesetzt, um auch in Zukunft eine si- chere und pünktliche Schieneninfrastruk- tur für den Personen- und Güterverkehr zur Verfügung stellen zu können. Allen voran die Südstrecke, auf der 100 große und kleine Projekte realisiert werden, damit ab 2030 die Züge von Wien nach Klagenfurt in 2 Stunden 40 Minuten und schon ab Dezember 2025 von Graz nach Klagenfurt in 45 Minuten fahren können. Dazu werden 200 Kilometer Bahnlinie modernisiert, 170 Kilometer neu gebaut sowie 80 Kilo- meter neue Tunnel und 150 neue Brücken errichtet. Letzte Schritte am Semmering Eines der größten Projekte auf dem Weg dorthin ist der Semmering-Basistunnel, für den Ende November 2024 der letzte Meter Tunnel gegraben wurde und da- mit der Vortrieb abgeschlossen werden konnte. Parallel dazu läuft seit 2020 der Innenausbau. Der letzte Schritt ist die bahntechnische Ausrüstung, mit der im Sommer 2025 begonnen wird. Im November 2024 wurden auch die Arbeiten an der 130 Kilometer langen Koralmbahn zwischen Graz und Klagen- furt nach 27 Jahren Bauzeit planmäßig beendet. Doch bevor hier die ersten Züge rollen, wird noch einige Monate getestet, gemessen, geübt und geschult. Insge- samt stehen im Jahr 2025 mehr als 70 Testfahrten und rund 15.000 Testkilome- ter auf dem Programm. Gleichzeitig wird das Zugsicherungssystem Tests unterzo- gen und alle Objekte entlang der Strecke auf verschiedene Einflüsse überprüft. Nach Abschluss der Arbeiten am Bahnhof Weststeiermark verfügt der größte Bahnhofsneubau der Koralmbahn über neun Gleise und 450 Park & Ride- Plätze. Zusätzlich wird es eine Anbin- dung an das Radwegenetz, Infrastruktur für E-Mobilität und Zufahrtsflächen für Busse und Taxis geben. Bereits im Okto- ber wird der Güterverkehr auf der neuen Hochleistungsstrecke aufgenommen. Ab 14. Dezember 2025 heißt es dann auch für den Personenverkehr auf der Koralm- bahn „Bahn frei“. Investitionen in die Zukunft Insgesamt investieren die ÖBB bis 2029 laut aktuellem Rahmenplan 2024 bis 2029 21,1 Milliarden Euro, um die Schieneninfrastruktur fit für die Zukunft zu machen. Neben der Südbahn liegt ein Schwerpunkt auf der Verbesserung des Verkehrsangebots in der am stärksten wachsenden Region Österreichs. In Nie- derösterreich, Wien und dem Burgenland werden allein 2025 mehr als 1,2 Milliar- den Euro für Planungen, Reinvestitionen sowie Neu- und Ausbauten aufgewendet. Aber auch entlang der Weststrecke wird weiter in ein leistungsfähiges Stre- ckennetz investiert, zudem sollen 2025 die Sanierungsarbeiten an der West- strecke durch das Tullnerfeld nach dem Jahrhunderthochwasser abgeschlossen werden. Zusätzlich zu den Neu- und Aus- bauten fließen bis 2029 weitere 4,7 Mil- liarden Euro österreichweit in die laufen- de Instandhaltung, um die Qualität der Schieneninfrastruk- tur nachhaltig zu sichern. Bauen für die Bahn von morgen INFRASTRUKTUR. Trotz Schäden in Millionenhöhe konnten die ÖBB auch 2024 ihr Modernisierungs- und Ausbauprogramm fortsetzen. RAHMENPLAN. Bis 2029 werden 21,1 Milliarden Euro in neue Strecken und Bahnhöfe investiert MEHR dazu im Lagebericht auf Seite LB4, LB8, LB12, LB14, LB17, LB19, LB23, LB26, LB31

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