F&E-Jahresbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

23 diffizilen Einzelentscheidungen un­ terstützt werden. Das ermöglicht den Fahrdienstleiter:innen größere Strecken­ abschnitte und komplexere Gebiete effizient zu überwachen, ohne dass Qualität oder Zuverlässigkeit darunter leiden. Die KI-Technologie schafft somit die Grundlage, personelle Ressourcen besser einzusetzen und die Leistungsfä­ higkeit sowie Kapazitätsauslastung der bestehenden Infrastruktur zu erhöhen. Aus- und Rückblick Die ÖBB-Infrastruktur AG arbeitet mit europäischen und nationalen Partnern aus Wissenschaft und Industrie an dieser neuartigen KI-Technologie. Die harmo­ nisierten europäischen Anforderungen und Systemspezifikationen konnten bereits fertiggestellt werden. Die ersten Versionen der gemeinsam geschaffenen Algorithmen werden kontinuierlich ver­ bessert. Ein Fokus liegt auf der Entwick­ lung intuitiver Benutzungsoberflächen (UI) sowie auf einer gezielten Integration wichtiger Human-Factor-Aspekte. Projektdaten MOTIONAL Interne Fachbereiche: GB BS, BE, NZ, SAE Externe Projektpartner: Siehe Seite 51 Fördergeber: Europe’s Rail Joint Undertaking Laufzeit: 2023–2026 Die effiziente Nutzung der bestehenden Eisenbahninfrastruktur ist entscheidend, um der wachsenden Nachfrage im Schienenverkehr nachhaltig gerecht zu werden und mögliche Engpässe früh­ zeitig zu vermeiden. Eine wesentliche technologische Grundlage hierfür bildet das ETCS-Moving-Block-System mit zug­ zentrierter Logik. Höhere Flexibilität schafft mehr Kapazität Im Gegensatz zu traditionellen Sys­ temen mit festen Blockabschnitten erlaubt Moving Block flexible Abstände zwischen Zügen. Jeder Zug übermittelt kontinuierlich und in Echtzeit seine exakte Position, wodurch Züge sicher im minimal möglichen Abstand – dem absoluten Bremsabstand („absolute braking distance“) – zueinander fahren können. Durch diese Flexibilität kann die Kapazität auf bestehenden Strecken und gleichzeitig die Zuverlässigkeit deutlich gesteigert werden. Ein weiterer entschei­ dender Vorteil dieser Technologie ist der Verzicht auf umfangreiche streckenseiti­ ge Elemente wie ortsfeste Signale. Das reduziert den Wartungsaufwand und die Investitionskosten erheblich. Weiterentwicklung schreitet voran Die ÖBB-Infrastruktur AG treibt die Entwicklung dieser Technologie in enger Zusammenarbeit mit führenden europäischen Bahnen, insbesondere der Deutschen Bahn (DB) und den Schwei­ zerischen Bundesbahnen (SBB), sowie renommierten Industriepartnern wie Hitachi und Siemens voran. Gemein­ sam wurden Systemspezifikationen und Sicherheitsanalysen weitgehend abgeschlossen und konkrete Anwen­ dungs- sowie Testfälle definiert. Darüber hinaus steht im Rahmen des Projekts ein Simulationslabor für Demonstrationen und zukünftige Forschungs- und Ent­ wicklungsaktivitäten bereit. Projektdaten R2DATO Interne Fachbereiche: GB BS, BE, NZ, SAE Externe Projektpartner: Siehe Seite 51 Fördergeber: Europe’s Rail Joint Undertaking Laufzeit: 2023–2026 Smarte Systeme MOVING BLOCK. Züge können sicher im minimal möglichen Abstand zueinander fahren. Das erhöht die Kapazität und Zuverlässigkeit des Bahnverkehrs. KAPAZITÄTSERHÖHUNG. Die Züge übermitteln ihre exakte Position, wodurch sie sicher im minimal möglichen Abstand zueinander fahren können Harald Eisenberger zwischen Zügen und bietet Fahrdienstleiter:innen Sebastian Reich

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