F&E-Jahresbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

25 Im Zuge der Digitalisierung im Bereich Verschub wird den Teilnehmer:innen ab Ende des Jahres während der Ausbildung ein digitales Endgerät zur Verfügung stehen, um sie gut auf die künftigen Tätigkeiten vorzubereiten. Unterstützend werden Systeme wie EVA, Traksys und Porthos sowie der Verschubsimulator und RAMBO eingesetzt – eine von INFRA Aus- und Weiterbildung selbst entwickelte 3D-Simulationssoftware, die die Lücke unserer bisherigen Simulationsanlagen schließt. Erstmals können damit auch viele Tätigkeiten „rund um den Zug“ simuliert werden. In der Aus- und Weiter­ bildung der Zugvorbereiter:innen wird die Simulation verwendet, um zum Beispiel die Fahrzeuganschriften zu erklären. Die Teilnehmer:innen können die für die Zugvorbereitung nötigen Informationen sammeln und so an einem Digitalen Zwilling eines Reise- oder Güterzuges eine Zugvorbereitung durchführen. Sämtliche Parameter, die im Realbetrieb variabel sind, können auch in der Simulation verändert werden. Bei der Ausbildung unserer Verschieber:innen findet RAMBO ebenso ein breites Anwendungsspektrum. Vom Ablauf des Kuppelns, der Fahrzeugsicherung über die Bremsprobe bis hin zu den einzelnen technischen Funktionen der Güter- und Reise­ zugwagen hilft die Simulation den Teilnehmer:innen, das theoretische Wissen in die Praxis umzusetzen. Zusätzlich wird am ÖBB Bildungscampus St. Pölten in Kooperation mit der FH Wels eine DAK-Versuchsanlage gebaut, die künftig auch für fahrzeugspezifische Schulungen genutzt wird. Die Bahn ist ein wichtiges Element im Mix der Verkehrs­ träger und spielt in Österreich eine bedeutende Rolle sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr. Damit die Bahn ihre Aufgaben erfüllen kann, sind die Anforde­ rungen an Kapazitäten, Verfügbarkeit und Qualität der Schieneninfrastruktur hoch, insbesondere angesichts am­ bitionierter Ziele bei der geplanten Verkehrswende. Dazu sind nicht nur Verbesserungen im Bereich der einzelnen Verkehrsträger notwendig, sondern auch die Vernetzung zwischen den Verkehrsträgern sollte weiter ausgebaut werden. Initiativen im Bereich der Automatisierung und Digitalisierung können helfen, Effizienzpotenziale zu heben und Kooperationen zu ermöglichen. Die Resilienz der Lieferketten ist ein Thema von hoher und steigender Bedeutung. Beschädigungen der Transportinfrastruktur durch Extremwetterereignisse stellen dabei eine besondere Herausforderung dar und erfordern strategische Investitionen, um die Auswirkun­ gen zu reduzieren. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass für die Resilienz der Lieferketten ein breites Portfolio an Transportmöglichkeiten, das Verwerfungen in einzelnen Bereichen abfedern kann, erforderlich ist. Jeder Verkehrsträger hat spezifische Vor- und Nach­ teile, die es geschickt zu kombinieren gilt, um gleich­ zeitig ökonomische und ökologische Ziele zu erreichen. Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung der Bahninfrastruktur stellen daher nicht nur notwendige Schritte zur Verbesserung des Schienenverkehrs in Bezug auf Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Nachhaltigkeit dar, sondern haben das Potenzial, den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken. »Ein breites Portfolio an Trans­ portmöglichkeiten, das Verwerfungen in einzelnen Bereichen abfedern kann, ist notwendig.« UNIV.-PROF. TINA WAKOLBINGER, Leiterin des Forschungsinstituts Supply Chain Management, WU Wien »Parameter, die im Realbetrieb variabel sind, können auch in der Simulation verändert werden.« URSULA BAZANT Geschäftsbereichsleiterin Aus- und Weiterbildung, ÖBB-Infrastruktur AG Digitale Ausbildung SIMULATIONSANLAGEN. Systeme wie EVA, Traksys und Porthos sowie der Verschubsimulator und RAMBO unterstützen beim Lernen. Die Rolle der Bahn AUSBAU UND MODERNISIERUNG. Die stetige Verbesserung der Bahninfrastruktur macht Lieferketten resilient und stärkt damit den Wirtschaftsstandort Österreich.

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