F&E-Jahresbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG
31 stücks wird mit einem Induktor erwärmt und die Oberflächentemperatur mit einer Infrarotkamera aufgenommen. Die Tem peraturänderung jedes Pixels wird durch Fourier-Transformation zu einem Phasen bild ausgewertet, das die Unterschiede zwischen der unbeschädigten Oberfläche und den Rissen hervorhebt. Diese Methode wurde in einen mobilen Prototyp eingebaut und im Gleis getestet. Erste Versuche zeigen, dass Defekte auf der Weichenober fläche erkannt, lokalisiert und vermessen sowie die Risstiefe abgeschätzt werden können. Unsichtbare Defekte sichtbar machen Diese Methode ermöglicht dem Instand haltungspersonal die Lokalisierung und Charakterisierung von Oberflächenfeh lern an Mn-Weichenherzen, die nicht sichtbar sind. Solche Defekte könnten mit geringem Aufwand (z. B. durch Schleifen) beseitigt werden, wodurch eine Defektausbreitung und damit verbundene aufwendigere Reparaturen vermieden werden könnten. Projektdaten Zerstörungsfreie Prüfung von Mn-Weichenherzen Interne Fachbereiche: GB SAE Externe Projektpartner: Siehe Seite 52 Fördergeber: FFG Laufzeit: 2022–2024 Versinterungen aus Kalziumkarbonat in Tunneldrainagen treten auf, weil das Grundwasser selbst viel Kalziumkarbonat enthält oder es aus den zementgebun denen Baustoffen der Tunnel ausgewa schen wird. Um Schäden durch verstopf te Drainagen zu vermeiden, müssen diese regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls gereinigt werden. Derzeit geht das nur durch Kamerabefahrungen, die eine Sperre des betroffenen Gleises oder des gesamten Eisenbahntunnels erfordern. Das führt zu massiven Ein schränkungen des Betriebs. Kleiner Roboter, große Funktionalität Der „Tunnel Drainage Rover“ (TDR) soll hier Abhilfe schaffen. Er ist ein autonom fahrender Inspektionsroboter, der ohne Einschränkung des Eisenbahnbetriebs die Versinterungen in den Tunneldrainagen untersuchen kann. Der wasserdichte TDR-Prototyp aus Edelstahl hat eine Reichweite von circa 15 km bei einer Höchstgeschwindigkeit von rund 4 km/h. Er verfügt über einen Kettenantrieb, eine Sensorlanze, die die Sensorik für die autonome Bewegung in den Drainage rohren enthält, sowie ein Softwaremodul zur Sensordatenauswertung. Vom Prototyp zum Einsatz Tests unter realen Einsatzbedingungen haben gezeigt, dass der TDR in der Lage ist, sich in Tunneldrainagen zu bewegen und die notwendigen Informationen für eine vorausschauende Instandhaltungs planung zu sammeln. In den nächsten Schritten wird an der autonomen Fortbewegung in der Tunnelentwässerung sowie an der automatischen Erkennung von Versinte rungen und einer KI-basierten Klassifizie rung des sekundären Entwässerungssys tems gearbeitet. Projektdaten TDR Interne Fachbereiche: GB SAE Externe Projektpartner: Siehe Seite 52 Fördergeber: ÖBB-Infrastruktur AG Laufzeit: 2024–2025 Roboter revolutioniert Tunnelinspektion AUTOMATISIERTE UND INTELLIGENTE LÖSUNGEN vermeiden Betriebs unterbrechungen und ermöglichen eine präzise Erkennung von Versinterungen in Tunneldrainagen. INSPEKTIONSROBOTER. Ein Prototyp des TDR ist bereits im Einsatz. Hier zu sehen beim Test einer Tunneldrainage LCM schiene MCL
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