F&E-Jahresbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

33 Der ÖBB Konzern hat sich das Ziel gesetzt, im Horizont 2040 die Leistungsfähigkeit des Systems Bahn zu verdop­ peln. Die Zugkilometer sollen auf 255 Millionen pro Jahr anwachsen. Einerseits wird dies durch neue Netzelemente und Ausbaumaßahmen gemäß Rahmenplan und Ziele­ netz 2040 erfolgen; auf der anderen Seite werden auch auf der Bestandsinfrastruktur mehr Züge fahren. Dies bringt für die Schlüsselkomponenten der Infrastruktur erhöhte Anforderungen mit sich: Neben der gestiegenen Dauerbelastung durch die höhere Zugdichte müssen Instandhaltungsarbeiten optimiert abgewickelt werden. Komponenten, die sich hinsichtlich möglicher Einschrän­ kungen auf den laufenden Betrieb positiv auswirken oder generell eine höhere Verfügbarkeit aufweisen, werden immer notwendiger. Damit einher geht der Bedarf einer höheren Prognostizierbarkeit sowie die Möglichkeit einer Fernüberwachung und Remote-Instandsetzung. Neben den Anforderungen aus dem Eisenbahnbetrieb steigt die notwendige Resilienz gegenüber Naturgefahren. Die Eisenbahn als kritische, aber auch kostenintensive Infrastruktur muss Ereignissen wie zum Beispiel Starkre­ gen, Überflutungen und Hitze vermehrt standhalten und bei Einschränkungen möglichst rasch wieder in Betrieb ge­ nommen werden können. Die kurzfristige und kostengüns­ tige Austauschbarkeit von Komponenten spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die Eisenbahninfrastruktur sieht sich darüber hinaus immer öfter Vandalismus, Terrorgefahren und Cyberkriminalität ausgesetzt. Zur Minimierung dieser Risiken müssen ebenfalls Initiativen gesetzt werden. Folgende Anforderungen an die Schlüsselkom­ ponenten können zusammengefasst werden: höhere Belastbarkeit, größere Verfügbarkeit und optimierte Nutzungsdauer sowie Resilienz gegenüber Naturgefahren und Angriffen auf die Infrastruktur. Das Wiener Stadt- und Landesarchiv beschäftigt sich seit 2018 mit der Umsetzung des international etablierten Open-Archival-Information-Standards. Ziel ist es, digi­ tales Archivgut authentisch, rechtssicher und integer zu verwahren, um die dauerhafte Nutzbarkeit und Zurver­ fügungstellung digitaler Objekte zu gewährleisten. Um sich den Herausforderungen des Paradigmenwechsels von analogen zu digitalen Objekten zu stellen, wur­ de 2022 die Organisationseinheit „Digitale Agenden, digitales Archiv“ institutionalisiert. Diese beschäftigt sich mit allen Belangen der digitalen Archivierung, Informa­ tions- und Kommunikationstechnologie sowie Retro­ digitalisierung. Da unser Archiv ebenso eine Anlaufstelle für Bürger:innen und Forscher:innen aus aller Welt sowie für die Verwaltung der Stadt Wien ist, fand sich vor mittler­ weile sieben Jahren eine Gruppe aus Informatiker:innen und Archivmitarbeiter:innen zusammen. Gemeinsam konzipierten sie das digitale Archiv – das Projekt „DILZA – Digitales Langzeitarchiv“ wurde ins Leben gerufen. Es beschäftigte sich mit der automatisierten Übernahme und Archivierung genuin digitaler Akten aus dem ELAK (elektronischer Akt der Magistratsverwaltung) in unser digitales Depot. Im Jahr 2024 konnte das Projekt erfolg­ reich abgeschlossen und die Archivierung digitaler Akten in den Regelbetrieb überführt werden. Ein weiteres zentrales Projekt ist nun die Etab­ lierung eines digitalen Lesesaals, der die Recherche in unserem Archivinformationssystem erleichtert und in weiterer Folge den Zugang zu digitalen Objekten aller Art ermöglicht. »Ziel ist es, digitales Archivgut authentisch, rechts­ sicher und integer zu verwahren.« LIANE TIEFENBACH BA MA, Digitale Archivarin und Leiterin der Organisationseinheit „Digitale Agenden, digitales Archiv“ im Wiener Stadt-und Landesarchiv Erhöhte Anforderungen RESILIENZ. Komponenten, die sich hinsichtlich möglicher Einschränkungen auf den laufenden Be­ trieb positiv auswirken, werden immer wichtiger. Alt und Neu vereint PARADIGMENWECHSEL. Die Transformation des Archivs für Infrastrukturakten von analog zu digital schafft großen Mehrwert. »Der kurzfristige und kostengünstige Austausch von Komponenten spielt eine entscheidende Rolle.« MAG. FRANZ HAMMERSCHMID, Geschäftsbereichsleiter Asset Management und Strategische Planung, ÖBB-Infrastruktur AG

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