Geschäftsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 7 Ein weiteres wichtiges Dossier auf EU-Ebene beschäftigt sich mit der Verbesserung des Kapazitäts- und Verkehrsmanagements auf europäischer Ebene. Diese neue Verordnung ersetzt Verordnung 913 / 2010 zur Schaffung eines europäischen Schienennetzes für einen wettbewerbsfähigen Güterverkehr. Und sie ändert die Richtlinie 2012 / 34 zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Eisenbahnraums ab. Ihr Fokus ist die Verbesserung von nationalen und europäischen Prozessen, u. a. um mehr Kapazität auf bestehender Bahninfrastruktur zu schaffen. Der Kommissionsvorschlag wurde 2023 veröffentlicht. Aus ÖBB Sicht ist die Orientierung an Sektorinitiativen wie Timetable Redesign (TTR) positiv hervorzuheben. Abhängig von den Verhandlungen zwischen EU-Kommission, EU-Parlament und Rat wird der finale Gesetzestext für Ende 2025 erwartet. Um den Güterverkehr zwischen Asien und Europa zu optimieren, beantragte die Rail Cargo Group im Jahr 2024 die Mitgliedschaft bei der TITR-Allianz. Die Trans-Caspian International Transport Route, auch als „Mittlerer Korridor“ bezeichnet, ist eine internationale Transportkooperation, die als Alternative zur nördlichen Route über Russland dient. Sie verbindet China mit Europa über Zentralasien und die Länder rund um das Kaspische Meer. Marktumfeld Die Betriebsleistung im Netz der ÖBB-Infrastruktur nahm 2024 abermals zu. Insgesamt betrug der Zuwachs bei den Zugkilometern 3,1 %. Verantwortlich dafür ist der Personenverkehr, dessen Betriebsleistung um 4,2 % auf rd. 125,0 Mio. Zugkilometer wuchs. Die Betriebsleistung des Güterverkehrs hingegen stagnierte bei rd. 40,0 Mio. Zugkm. Entwicklung der Betriebsleistung im Netz der ÖBB Infrastruktur Betriebsleistung im Personenverkehr Betriebsleistung im Güterverkehr (Zugkilometer, Änderung zum Vorjahr in %) (Zugkilometer, Änderung zum Vorjahr in %) *Vorläufige Schätzung. Insbesondere das letzte Drittel des Jahres 2024 war stark geprägt von Unwetterfolgen. Teils hundertjährige Hochwasser in Österreich und den nördlichen Nachbarländern sorgten im September 2024 und darüber hinaus für weitgehende Streckensperren. In Österreich war die Kapazität auf der Weststrecke – die wichtigste Ost-West-Verbindung – für drei Monate stark eingeschränkt. Verkehre entlang des europäischen Rhein-Donau-Korridors mussten weiträumig über das benachbarte Ausland oder auf die Straße ausweichen.
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