Geschäftsbericht 2025 – ÖBB-Infrastruktur AG
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 123 Über diese bereits bestehenden Maßnahmen zum Umgang mit dem Thema „Arbeitnehmer:innen der Wertschöpfungskette“ hinaus wurden jedoch im Zuge der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse keine wesentlichen positiven Auswirkungen, Risiken oder Chancen identifiziert. Die identifizierte potenzielle negative Auswirkung auf die Arbeitnehmer:innen der Wertschöpfungskette ist durch die Wertschöpfungsketten im Zusammenhang mit den Beschaffungsschwerpunkten des ÖBB Infrastruktur-Konzerns gegeben. Und zwar dadurch, dass der Ausbau der Eisenbahninfrastruktur und der erneuerbaren Energien ein Teil der nachhaltigen Mobilitätsbereitstellung ist, welche jedoch auch in Abhängigkeit zu den darin enthaltenen Rohstoffen sowie der Rohstoffintensität steht. Im Jahr 2024 fanden Befragungen von Stakeholder:innen zum Thema „Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette“ statt, um Risiken zu bewerten. Darauf aufbauend fanden in den letzten zwei Jahren drei Stakeholder:innen-Round-Tables statt, in denen die Teilnehmer:innen Risiken in wesentlichen Branchen identifizierten, diskutierten und bewerteten. Im Zuge dessen wurde diskutiert, ob Arbeitskräfte mit bestimmten Merkmalen oder Arbeitskräfte in einem bestimmten Arbeitskontext stärker von wesentlichen Risiken betroffen sein könnten. Die Stakeholder:innen gaben an, dass die Arbeitnehmer:innensicherheit von externen Arbeitskräften, die an Standorten des ÖBB Infrastruktur-Konzerns tätig sind, stärker von potenziellen Risiken betroffen sein können. Zudem wurden Lösungsansätze zur Bearbeitung der Risiken gesammelt. S2-1 Konzepte im Zusammenhang mit Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette Die folgenden Konzepte spielen für den ÖBB Infrastruktur-Konzern in Bezug auf die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen im Zusammenhang mit den Arbeitskräften der Wertschöpfungskette [S2-A-1] eine entscheidende Rolle: Nr. Konzepte 1) Beschreibung S2-K-1 Allgemeine Geschäftsbedingungen bei Lieferantenbeziehungen Die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des ÖBB Konzerns enthalten verbindliche Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit mit Lieferanten – darunter die Bereitstellung nachhaltigkeitsrelevanter Daten, Anforderungen an die Produktsicherheit, Sozialstandards und Datenschutz. Auch Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping sowie die Einhaltung von Arbeitsrechten und Schutzvorschriften durch potenzielle Subunternehmer:innen sind verpflichtend geregelt. Die AGB werden in der vor- und teilweise nachgelagerten Wertschöpfungskette angewendet. Ihre inhaltliche Ausgestaltung erfolgt durch den ÖBB Holding- Konzerneinkauf in Abstimmung mit den Konzerngesellschaften, wobei die Verantwortung durch einen Vorstandsbeschluss gegeben ist. Wo relevant, werden Aspekte der Inklusion – insbesondere Barrierefreiheit – berücksichtigt. S2-K-2 Supplier Code of Conduct (SCC) Der Supplier Code of Conduct (SCC) definiert die Anforderungen des ÖBB Konzerns an das Geschäftsgebaren seiner Lieferanten. Er adressiert zentrale Nachhaltigkeitsaspekte wie Korruption, Datenschutz und geistige Schutzrechte, Menschenrechte, Diversität, Arbeitsbedingungen und Sicherheit sowie das Verbot von Zwangsarbeit, moderner Sklaverei, Kinderarbeit und Menschenhandel. Lieferanten sind verpflichtet, die im SCC festgelegten Prinzipien entlang ihrer gesamten Lieferkette weiterzugeben. Der Anwendungsbereich umfasst die vor- und teilwiese nachgelagerte Wertschöpfungskette der Lieferanten des ÖBB Konzerns. Die inhaltliche Überarbeitung obliegt dem Holding-Konzerneinkauf in Abstimmung mit den Konzerngesellschaften, wobei der Beschluss durch den Vorstand erfolgte. Der SCC verlangt die Förderung der Chancengleichheit und fairen Behandlung der Mitarbeiter:innen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, Alter, Nationalität oder kultureller sowie ethnischer Zugehörigkeit, sozialem Hintergrund oder politischer Zugehörigkeit, religiöser Überzeugung und Weltanschauung, körperlicher oder geistiger Behinderung, Familienstand oder Schwangerschaft und Mitgliedschaft in Arbeitnehmer:innenorganisationen einschließlich Gewerkschaften. 2-K-3 Handlungsanleitung nachhaltige Beschaffung Die Handlungsanleitung definiert Grundsätze für Nachhaltigkeit im Einkauf der ÖBB und richtet sich an strategische Einkäufer:innen (Lead-Buyer) im Konzern. Sie behandelt insbesondere die Sicherstellung der Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette sowie Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien in Ausschreibungen. Der Anwendungsbereich umfasst die vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette. Die inhaltliche Überarbeitung obliegt dem Holding Konzerneinkauf in Abstimmung mit den Jurist:innen, wobei die Freigabe durch den Chief Procurement Officer erfolgt. Es werden keine spezifischen Gruppen von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette adressiert.
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