Geschäftsbericht 2025 – ÖBB-Infrastruktur AG

ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 124 1) Die Strategien werden, sofern nicht für den gesamten ÖBB Konzern verabschiedet, vom jeweils zuständigen Vorstand beschlossen und gelten für die darin definierte Gesellschaft. 2) Strategien werden vom Vorstand der ÖBB-Infrastruktur AG beschlossen und finden Anwendung für den ÖBB Infrastruktur-Konzern. Der ÖBB Konzern bekennt sich zu den Menschenrechten, den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte, den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen sowie den internationalen Arbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) – und erwartet dies auch von seinen Lieferanten. Die Zusammenarbeit mit wesentlichen Lieferanten basiert auf klaren Anforderungen (siehe Tabelle „Konzepte“): Die AGB regeln u. a. Arbeitssicherheit, Datenschutz, Maßnahmen gegen Lohn- und Sozialdumping sowie geregelte Arbeitszeiten auch für Subunternehmen. Der Supplier Code of Conduct ergänzt diese um ethische Grundsätze und verpflichtet zur Einhaltung internationaler Standards. Die Zustimmung zum Kodex erfolgt über das Einkaufssystem. Generell gelten diese Bestimmungen für alle Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, wobei einige Themenschwerpunkte im Besonderen spezifische Gruppen betreffen. Die Handlungsanleitung sowie die Toolbox „Nachhaltige Beschaffung“ richten sich an die Einkäufer:innen des ÖBB Konzerns und finden somit auch im ÖBB Infrastruktur-Konzern Anwendung. Sie unterstützen die Einhaltung von Nachhaltigkeitsprinzipien im Einkauf. Die Themen „ Moderne Sklaverei“, „Zwangsarbeit“, „Kinderarbeit“, „Menschenhandel“ sowie die Einschränkung der persönlichen Bewegungsfreiheit von Mitarbeiter:innen werden ebenfalls im Supplier Code of Conduct adressiert. Zur Bewertung relevanter Lieferanten werden externe Nachhaltigkeitsbeurteilungen eingefordert, welche auch die Themen „Menschenrechte“ sowie das „Management der Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ umfassen. Des Weiteren können Onsite-Audits bei Bedarf durchgeführt werden. Gleichzeitig können Verdachtsfälle in der Wertschöpfungskette auch bei den ÖBB über direkte Beziehungen zu den Einkäufer:innen, Projektmitarbeiter:innen oder Bedarfsträger:innen gemeldet werden. Darüber hinaus wird die Arbeitnehmer:innenvertretung hinzugezogen, beispielsweise für die Analyse wesentlicher Risiken in der Wertschöpfungskette. Bei relevanten Vergaben erfolgt die Einbindung von Gewerkschaft und weiteren Sozialpartner:innen, z. B. zur Berücksichtigung der Bedürfnisse besonders vulnerabler Gruppen. S2-2 Verfahren zur Einbeziehung der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette in Bezug auf Auswirkungen Im Rahmen der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse und der Stakeholder:innen-Round-Tables 2024 und 2025 wurden offizielle Vertreter:innen von Arbeitskräften in der Wertschöpfungskette eingebunden und auch zu Risiken für vulnerable Gruppen befragt. Die Wesentlichkeitsanalyse wird künftig regelmäßig aktualisiert. S2-K-4 Toolbox „Nachhaltige Beschaffung“ Die Toolbox enthält vergaberechtlich geprüfte Ausschreibungskriterien zur Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten im Einkauf. Sie wird laufend aktualisiert und umfasst unter anderem Kriterien zu sozialen Nachhaltigkeitssiegeln, Erhöhung der Arbeitssicherheit und Gleichberechtigung (Diversität, Barrierefreiheit, Beschäftigung älterer Arbeitnehmer:innen, Einsatz von Lehrlingen, Gender- und Diversity sowie soziale Verantwortung). Der Anwendungsbereich umfasst die vor- und teilweise nachgelagerte Wertschöpfungskette. Die inhaltliche Abstimmung erfolgt durch den Holding- Konzerneinkauf gemeinsam mit Fachexpert:innen, die Verantwortung liegt beim Chief Procurement Officer. S2-K-5 #INFRA.Nachhaltigkeitsstrategie 2) #INFRA.Nachhaltigkeitsstrategie enthält Stoßrichtungen sowie operative Ziele u. a. im sozialen Bereich und ist eine Ergänzung zur #INFRA.Mobilitätswende. Für Themen der Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette sind folgende Stoßrichtungen in der Strategie formuliert: Wir stellen die Abbildung und Einhaltung der Nachhaltigkeitszielsetzungen durch Integration in Beschaffungsabläufe sicher und fokussieren dabei auch soziale Belange der Wertschöpfungskette. Wir entwickeln das Risikomanagement der Lieferkette in Bezug auf das Standort- sowie Branchenrisiko weiter, um Prioritäten abzuleiten und potenzielle Verstöße zu vermeiden. Wir fördern den Wissenstand unserer Mitarbeiter:innen durch Schulungsangebote und Weiterbildungen im Bereich nachhaltige Beschaffung und soziale Aspekte der Wertschöpfungskette. Wir beteiligen uns an Forschungsprojekten und Brancheninitiativen zur Verbesserung des Wissensstandes der Wertschöpfungskette und zur Ableitung weiterführender sozialer Kriterien.

RkJQdWJsaXNoZXIy NTk5ODUz