Geschäftsbericht 2025 – ÖBB-Infrastruktur AG
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 58 Die Entwicklung einer Klimagefahr zu einem Klimarisiko ist nicht zwangsläufig gegeben. Im ersten Analyseschritt wurden gemäß Anlage A im Anhang I der Delegierten Verordnung (EU) 2021 / 2139 jene Klimagefahren ausgeschlossen, die aufgrund der geografischen Lage (fehlende Exposition) der ausgeübten Wirtschaftstätigkeit bzw. der Standorte der Vermögenswerte nicht zutreffen. Dazu zählt beispielsweise der Anstieg des Meeresspiegels. Im zweiten Analyseschritt wurde beurteilt, ob eine Klimagefahr zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Leistung der Wirtschaftstätigkeit bzw. der Vermögenswerte führen kann. Die Analyse erfolgte für Anlagen der Geschäftsfelder Schiene, Energie und Immobilien. In diesem Zusammenhang sind nicht nur einzelne Klimagefahren, sondern bereits Wirkungsketten mehrerer Klimagefahren mitbetrachtet worden. Beispielsweise führen Trockenperioden und darauffolgende Starkregenereignisse zu einer erhöhten Gefahr durch Hangrutschungen und Murenabgängen. Nachdem die potenziell wesentlichen Klimagefahren identifiziert wurden, erfolgte im dritten Analyseschritt die Klimarisikoanalyse. Auf Basis der bestmöglichen österreichischen Klimaszenariendaten (ÖKS15) 31 wurden für ausgewählte Anlagen das Klimaszenario RCP 8.5 betrachtet. Das Klimaszenario RCP 8.5 ist ein Szenario, in dem weiterhin hohe Treibhausgasemissionen ausgestoßen werden. Expert:innen des ÖBB Infrastruktur-Konzerns beurteilten die Stärke der negativen Auswirkung sowie die Eintrittswahrscheinlichkeit dieser. Die Bewertung der negativen Auswirkung erfolgte qualitativ auf Basis der konzerninternen Risikomanagementbewertungsskala. Es wurde keine quantitative Beurteilung durchgeführt. Klimabedingte Übergangsrisiken und Chancen Im Geschäftsjahr 2024 wurden erstmals klimabedingte Übergangsrisiken und Chancen bewertet, welche 2025 aktualisiert und überarbeitet wurden. In einem ersten Schritt wurden die im Zuge der Doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierten potenziellen Risiken im Zusammenhang mit klimabezogenen Übergangsereignissen diversen Risikokategorien (z. B. Markt- und Reputationsrisiken) zugeordnet. Potenzielle Chancen wurden anderen Kategorien (z. B. Ressourceneffizienz) zugeordnet. In einem zweiten Schritt wurde überprüft, ob nur einzelne Geschäftsfelder oder der gesamte ÖBB Infrastruktur-Konzern von diesen potenziellen Risiken betroffen sein können und ob es sich um Übergangsereignisse für kurz- (Berichtszeitraum des Abschlusses), mittel- (bis 2030) und langfristige (bis 2050) Zeithorizonte handelt. Im Rahmen der Betrachtung der transitorischen Klimarisiken wurde die Wertschöpfungskette berücksichtigt. Für die qualitative Bewertung der potenziellen Risiken wurde für eine erste Einordnung das Szenario „Transition“ 32 des österreichischen Umweltbundesamtes herangezogen. Die Beurteilung der klimabedingten Übergangsrisiken und Chancen erfolgt auf Basis des Ausmaßes und der Eintrittswahrscheinlichkeit unter der Berücksichtigung der Annahmen des Szenarios. Es wurde ein wesentliches Übergangsrisiko identifiziert. Es wurden keine Vermögenswerte und Geschäftstätigkeiten identifiziert, die nicht mit einem Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft vereinbar sind. Die verwendeten Klimaszenarien sind mit kritischen klimabezogenen Annahmen im Abschluss vereinbar, da eine Überleitung der Bruttorisiken zu Nettorisiken erfolgte. 31 https://klimaszenarien.at/daten/. 32 https://www.umweltbundesamt.at/energie/energieszenarien.
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