Nachhaltigkeitsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG
ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft NB 14 ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 43 Die Achtung der Menschenrechte hat für den ÖBB Infrastruktur-Konzern auch im Hinblick auf Verbraucher:innen und Endnutzer:innen höchste Priorität und ist daher ein wesentlicher Bestandteil der Menschenrechtspolitik des Unternehmens. Näheres dazu findet sich auch in Unterkapitel ESRS 2 GOV-4. Im Zuge der Erstellung der doppelten Wesentlichkeitsanalyse spielt die Identifikation und Einbindung relevanter Interessenträger:innen und -gruppen eine bedeutende Rolle. Nach den ESRS 1, Absatz 3.1 wird dabei in zwei Hauptgruppen unterschieden: – Betroffene Interessengruppen sind jene, deren Interessen von den Tätigkeiten des Unternehmens und seinen direkten und indirekten Geschäftsbeziehungen in seiner gesamte Wertschöpfungskette betroffen sind oder betroffen sein könnten – Nutzer:innen von Nachhaltigkeitserklärungen, also jene juristische Personen, die auch Hauptnutzer der allgemeinen Finanzberichterstattung sind (z. B. Investoren, Kreditgeber, etc.) Um die Anliegen und Erwartungen der unterschiedlichen Interessenträger:innengruppen berücksichtigen zu können, muss ein kontinuierlicher und offener Austausch stattfinden. Durch den aktiven Einsatz von Dialogplattformen, Befragungen und weiteren Initiativen stellt der ÖBB Infrastruktur-Konzern sicher, dass die Anliegen und Erwartungen der Interessenträger:innen frühzeitig berücksichtigt und in die Unternehmensstrategie integriert werden. Dieser Austausch bildet die Grundlage für ein nachhaltiges und strategisches Handeln. Mit Abschluss des Berichtsjahres 2024 gab es keine Änderungen der Strategie oder des Geschäftsmodells. Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane werden regelmäßig über die Standpunkte der Stakeholder:innen informiert. Die wichtigsten Informationen der diversen Stakeholder:innen-Gruppen gelangen im Konzern über die vielfach vorhandenen Kommunikationskanäle wie z. B.: Kund:innenumfragen, Mitarbeiter:innenumfragen, Austauschrunden mit Interessenvertreter:innen (Umwelt-NGOs) ein. ESRS 2 SBM-3 Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell Im Zuge der doppelten Wesentlichkeitsanalyse wurden wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen ermittelt. Wesentliche Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten wurden beispielsweise im Bereich der Verursachung von THG- Emissionen ermittelt, wobei deren Reduktion einen besonderen Stellenwert für den ÖBB Infrastruktur-Konzern einnimmt. Themen zur eigenen Belegschaft und Unternehmenspolitik bilden zentrale Elemente eines jeden Unternehmens, so auch für den ÖBB Infrastruktur-Konzern. In diesem Zusammenhang wurden wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen zu Arbeitsbedingungen oder auch Gleichbehandlung und Chancengleichheit identifiziert. Bei der Betrachtung der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette wurde eine potenzielle negative Auswirkung auf Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette ermittelt. Diese Beispiele stellen nur einen Auszug der gesamten wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen dar. Informationen, die konkret mit der Angabepflicht ESRS 2 SBM-3 „Wesentliche Auswirkungen, Risiken und Chancen und ihr Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell“ in Verbindung stehen sowie eine Übersicht über die wesentlichen Auswirkungen, Risiken und Chancen mit weiteren Informationen (u.a. Wertschöpfungskette, Zeithorizont, unternehmensspezifischen Angaben) finden sich in den folgenden Kapiteln: – E1 Klimawandel – E4 Biologische Vielfalt und Ökosysteme – S1 Arbeitskräfte des Unternehmens – S2 Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette – S3 Betroffene Gemeinschaften – S4 Verbraucher:innen und Endnutzer:innen Der ÖBB Infrastruktur-Konzern ist mit seinen Assets im Bahnbetrieb und in der Schieneninfrastruktur auf Langfristigkeit ausgelegt. Diese langfristige Ausrichtung begünstigt die Widerstandsfähigkeit der Strategie und des Geschäftsmodells des Unternehmens. Ein zentrales Steuerungsinstrument im ÖBB Infrastruktur-Konzern ist das Chancen- und Risikomanagement. Alle identifizierten Chancen und vor allem Risiken werden regelmäßig in Bezug auf potenzielle Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkungen bewertet, sowie etwaige daraus resultierende und notwendige Gegensteuerungsmaßnahmen gesetzt. Die Analyse von Risiken durch höhere Gewalt und Naturgefahren gehört bereits seit Jahren zum Risikomanagement des Konzerns. Angesichts zunehmender Extremwetterereignisse und längerer Hitzewellen gewinnt auch eine langfristige Betrachtung von Klimarisiken an Bedeutung und stärkt bei adäquater Gegensteuerung damit die Belastbarkeit des ÖBB Infrastruktur-Konzerns weiter. Durch die Fokussierung auf eine nachhaltige Steigerung der Kapazitäten, so wie der Qualität und der Resilienz des Bahnsystems werden bedarfsgerechte Mobilitätsdienstleistungen kontinuierlich weiterentwickelt. Eingebunden in transeuropäische Schienennetze verbindet der ÖBB Infrastruktur-Konzern nicht nur Menschen und Regionen, sondern ist auch ein bedeutender Wirtschaftsmotor. Aus der Analyse der ermittelten Auswirkungen, Risiken und Chancen zeigt sich, dass die grundlegende strategische Ausrichtung des Geschäftsmodells des ÖBB Infrastruktur-Konzerns nachhaltig langfristig und zukunftsfit ausgerichtet ist. 43
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