Nachhaltigkeitsbericht 2024 – ÖBB-Infrastruktur AG

Nachhaltigkeitsbericht NB 37 ÖBB-Infrastruktur Aktiengesellschaft Konzernlagebericht | Konzernabschluss 66 Elektrifizierung Auf Basis der übergeordneten Bundes- und Unternehmensstrategien wird der Elektrifizierungsgrad des Netzes in den nächsten Jahren weiterhin gesteigert. Mittels eines mehrphasigen Elektrifizierungsplans wird der Elektrifizierungsgrad bis 2030 auf 85 % und bis 2035 auf 89 % angehoben. Für Nebenstrecken und Verschubbereiche, deren Elektrifizierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht umsetzbar ist, soll die aktuelle Dieselflotte schrittweise durch alternative Antriebstechnologien ersetzt werden. Mit dem Ziel, einen möglichst hohen Anteil an elektrischen, dekarbonisierten Betrieb zu ermöglichen und die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen, wurde in Abstimmung mit den Entscheidungsträger:innen bei einigen Strecken der Akkubetrieb inklusive der dafür erforderlichen infrastrukturellen Voraussetzungen als sinnvollste Variante definiert. In den nächsten rund 10 Jahren werden so laufend zu den Streckenneubauten weitere Elektrifizierungsmaßnahmen auf insgesamt 20 Strecken gesetzt. Damit werden die Voraussetzungen für 100 % elektrischen, dekarbonisierten Schienenpersonenverkehr geschaffen. Dekarbonisierung Gebäude Der Ausstieg aus Heizöl bis 2030 und der Ausstieg aus Fossilgas bis 2034 wurden als Schwerpunkte zur Dekarbonisierung im Gebäudebereich definiert. Die Reihenfolge und die Anzahl der bestehenden Heizanlagen, welche bis zum Geschäftsjahr 2030 bzw. 2034 auf Alternativenergieträger umgebaut werden, wurden in Abhängigkeit ihres Baujahres festgelegt. Folgende alternative Energieträger sind unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten und der zu erwartenden Anschluss-, Installations- und Betriebskosten anstelle der ölbefeuerten und gasbefeuerten Heizanlagen vorgesehen: – Nah- bzw. Fernwärme – bei Vorhandensein eines örtlichen Verteilungsnetzes – Wärmepumpen – Umgebungswärme bzw. Geothermie und Strom als Energieträger (Luft / Wasser, Sole / Wasser oder Wasser / Wasser) mit Fußbodenheizung oder Niedertemperaturkonvektoren – Biomasse – Feststoffheizungen unter Verwendung des Öltankraumes als Biomassespeicher mit bestehenden Heizkörpern – Infrarotpaneele – elektrisch betriebene Heizflächen bei einem sehr geringen Heizwärmebedarf (Einzelraumheizer) Darüber hinaus soll der Gebäudebestand der ÖBB in Hinblick auf mögliche Optimierungspotenziale evaluiert und entsprechend der konzernweiten Nachhaltigkeitsstrategie sukzessive erneuert werden, damit das Ziel der Klimaneutralität (Netto-Null) im Gebäudebereich erreicht werden kann. Neben den technischen Potenzialen werden die strategische Ausrichtung der Produktportfolios und die verwaltungstechnischen Gegebenheiten berücksichtigt. Dekarbonisierung Betriebsanlagen Um die Funktionalität der Weichen auch bei Schnee und Eis sicherzustellen, sind Weichen mit Heizungen ausgestattet. Um die Anlagen effizienter betreiben zu können, wurde der Ausstieg aus Erdgasweichenheizungen bis 2030 beschlossen. Derzeit werden noch knapp 300 Weichenheizungen mit Erdgas betrieben. Die bestehenden gasbetriebenen Weichen werden sukzessive umgerüstet und Erdgas durch elektrische Energieversorgung ersetzt. Dekarbonisierung Mobilität: Straße und Schiene Die ÖBB Infrastruktur AG nutzt eine Flotte von mehr als 2.000 Kraftfahrzeugen und mehr als 2.000 schienengebundenen Fahrzeugen. Die Rail Equipment GmbH & Co KG ist Fuhrparkmanager, Fahrzeugkomplettanbieter und Servicedienstleister für straßengebundene Fahrzeuge des ÖBB Konzerns und schienengebundene (Spezial-)Fahrzeuge der ÖBB- Infrastruktur AG. Die Rail Equipment verfolgt konsequent eine im Konzern abgestimmte Dekarbonisierungsstrategie, die die vollständige Dekarbonisierung des Pkw-Straßenfuhrparks (M1) bis 2030 vorsieht. Ebenso werden Kriterien für Emissionen und Treibstoffverbrauch für konventionell angetriebene Fahrzeuge vorgegeben und bewertet. Damit wird gewährleistet, dass der Kfz-Fuhrpark der ÖBB-Infrastruktur AG auch zukünftig ökologisch ausgerichtet und mit modernster Batterie- und Motorentechnologie ausgestattet ist. Nach Möglichkeit werden vorzugsweise Elektro- bzw. Hybridfahrzeuge beschafft. Als Grundlage der Dekarbonisierung des Fuhrparks wird auch der Ausbau der E-Ladeinfrastruktur weiter vorangetrieben. Zur Sicherstellung der Anlagenverfügbarkeit, der Durchführung von Instandhaltungs- und Montagearbeiten sowie der sicheren Betriebsführung, werden im Bestandsnetz schienengebundene Fahrzeuge eingesetzt. Da in den nächsten Jahren einzelne Fahrzeugtypen das Ende der technischen Lebensdauer erreichen, wurden umfangreiche Beschaffungsprogramme gestartet. Es handelt sich dabei um die Beschaffung von Hochleistungsinstandhaltungsfahrzeugen und Steuerwagen, Servicejets, Schotterwagen sowie Verschubloks, die in den Jahren 2025 bis 2033 geliefert werden. Durch diese Beschaffungen können bestehende dieselbetriebene Schienenfahrzeuge ersetzt werden. Die Fahrzeuge sind mit einem Elektro-Hybrid-Antrieb ausgestattet, wodurch künftig eine wesentliche Reduktion des Treibstoffverbrauchs erreicht werden kann.

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