ÖBB Geschäftsbericht 2022
102 Konzernlagebericht Infrastruktur: Investitionen in die Zukunft für ein attraktives und leistungsfähiges System Bahn Die ÖBB sind ein starker Partner in der Mobilitätswende. Gerade in Krisen – wie zuletzt während der COVID-19-Pandemie – kommt den Bahninfrastrukturbetreibern eine wichtige Funktion beim Transport von Gütern und Personen zu. Die ÖBB schaffen die Grundlage, um Menschen und Güter nachhaltig zu transportieren. So tragen sie aktiv zur Steigerung der Lebensqualität sowie der Wettbewerbsfähigkeit Österreichs bei. Für mehr Menschen und Güter auf der Bahn braucht es aber noch mehr Züge. Daher müssen die Kapazitäten und somit ein attraktives Angebot für die Mobilitätswende geschaffen werden – Sicherheit und Pünktlichkeit haben dabei stets oberste Priorität. In einer Zeit explodierender Energiepreise und von Materiallieferengpässen ist das eine enorme Herausforderung. Grundlegendes Ziel ist es, den Kund:innen auch weiterhin leistbare, zuverlässige und grüne Mobilität anbieten zu können. Dafür sollen Produktivität und Effizienz weiter gesteigert, um die operativen Kosten auch über die nächsten Jahre stabil halten zu können. Kapazität schaffen Der aktuell beschlossene Rahmenplan 2023 bis 2028 des Bundesministeriums für Klimaschutz ist die Grundlage für eines der größten Bahninfrastrukturpakete der Geschichte. Mit der vorliegenden Infrastrukturoffensive wird das Angebot im System Bahn maßgeblich erweitert, um die Grundlagen für die Mobilitätswende gelegt. Durch die Umsetzung zahlreicher Infrastrukturprojekte werden die Kapazitäten auf der Schiene geschaffen, um noch mehr Verkehre auf die Schiene verlagern zu können. Mit der Umsetzung von Neu- und Ausbauprojekten wird das Angebot auf dem österreichischen Streckennetz deutlich erweitert. Gleichzeitig wird die Kapazität durch die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten im Bahnbetrieb erhöht. Investitionen in barrierefreie und multimodale Bahnhöfe ermöglichen den Kund:innen einen noch einfacheren Zugang zur Bahn und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Attraktivierung der Schiene. Drüber hinaus wird die Elektrifizierung des österreichischen Schienennetzes und der Ausbau des Schallschutzes forciert, um die Nachhaltigkeit im System Schiene weiter auszubauen. Schaffung von Kapazitäten unter Einhaltung von hoher Qualität und Sicherheit sind die wesentlichen Erfolgskriterien der ÖBB-Infrastruktur. Denn Sicherheit, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind das Fundament der ÖBB. Neben der Umsetzung der geplanten Neu- und Ausbauvorhaben ist auch hier die konsequente Digitalisierung des Bahnbetriebs ein zentraler Hebel, um diese Basiswerte aufrecht erhalten zu können. Der Netzzustandsbericht bewertet das Anlageverhalten aller Infrastrukturanlagen des Schienennetzes. Der Bericht zeigt, wie auch schon in den letzten Jahren, dass das Netz der ÖBB-Infrastruktur in einem guten und stabilen Zustand ist. Das wiederum ist auf einen effektiven Mitteleinsatz zurückzuführen. Nach den COVID-19-bedingten Lieferengpässen Mitte 2021 kam es Ende 2021 zu einer leichten Erholung. Nun sind seit Beginn des Ukrainekrieges wieder Lieferengpässe bei bestimmten Baumaterialien zu erwarten. Durch Steuerungs- und Substitutionsmaßnahmen konnten die Auswirkungen bislang minimiert werden. Auch die Marktsituation 2021 hat aufgrund der COVID-19-Pandemie zu signifikanten Kostensteigerungen bei Rohstoffen und Baumaterialien geführt. Die Auswirkungen des Ukrainekrieges setzten auf einem sehr hohen Preisniveau auf und führten zu neuerlichen massiven Preiserhöhungen. Diese spiegeln sich in einem deutlichen Anstieg der Kosten- und Preisindizes wider. Ob dieser Trend anhält, lässt sich derzeit schwer abschätzen. Energiewende vorantreiben Mit 100% grünem Bahnstrom zählen die ÖBB schon heute zu den Pionieren in der Energiewende. Durch den weiterhin konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien wird die Versorgung des Systems Bahn auch in Zukunft mit „ökologischer“ Energie für die Zukunft abgesichert. Auch wurde durch den Bau der ersten Bahnstromwindkraftanlage in Höflein (NÖ), der Elektrifizierung der Strecken sowie der kontinuierlichen Dekarbonisierung der Fahrzeugflotte wurde ein weiterer Schritt in Richtung umweltfreundlichere Mobilität gemacht. | LB43
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