ÖBB Geschäftsbericht 2022

124 Konzernlagebericht G.1. Klimaschutz Managementansatz Die EU hat sich mit ihrem „Green Deal“ das Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2050 gesetzt. In Österreich ist Klimaneutralität bereits ab 2040 als Ziel vorgegeben. Als ein auf Nachhaltigkeit und Klimafreundlichkeit ausgerichtetes Unternehmen sehen die ÖBB durch diese Ausrichtungen großes Potenzial für die Zukunft – vor allem um Verkehre auf die Schiene zu verlagern. Der Verkehr ist der zweitgrößte Verursacher von Emissionen durch Treibhausgase (THG) in Österreich. Innerhalb des österreichischen Verkehrssektors ist der Straßenverkehr der weitaus größte Verursacher von CO 2 -Emissionen. Dazu kommt, dass die Emissionen im Verkehr von 1990 bis 2019 – also bis kurz vor der Coronakrise – um 74% gestiegen sind. Im Vergleich dazu konnten die meisten anderen Sektoren ihren Ausstoß im selben Zeitraum senken. Die Pandemie brachte einen kurzfristigen Rückgang der Mobilitätsleistungen in Österreich wie auch weltweit, wobei es 2022 wieder zu einem Wachstum kam. Insbesondere scheint aber der Straßenverkehr überproportional zu steigen. Hier bedarf es entsprechender Gegensteuerungsmaßnahmen, um eine Verlagerung auf die Schiene zu forcieren. Bahn und öffentlicher Verkehr sind ein wichtiger Teil der Lösung für mehr Klimaschutz und für die Erreichung der österreichischen Klimaziele. Im Jahr 2019 (vor Beginn der Pandemie) ersparten die ÖBB durch ihre Verkehrsleistungen mit Bahn und Bus der heimischen Umwelt rd. 4,0 Mio. t Treibhausgase pro Jahr. Damit sind die ÖBB nicht nur ein wichtiges Klimaschutzunternehmen des Landes, sie leisten auch einen wesentlichen Beitrag, um zukünftig mögliche Straf- oder Kompensationszahlungen bei Nichteinhaltung der österreichischen Klimaziele 2030 gering zu halten. Die ÖBB sehen in der Ausrichtung auf eine klimaneutrale Wirtschaft ein starkes Wachstumspotenzial und streben eine weitere Verlagerung von Straßen- und Flugverkehr auf die klimafreundliche Schiene beziehungsweise den öffentlichen Verkehr an. Um die bedeutende Rolle der ÖBB für den Klimaschutz weiter abzusichern, wollen die ÖBB die verbleibenden selbstverursachten THG-Emissionen noch weiter reduzieren. Mit klar definierten Dekarbonisierungspfaden planen die ÖBB ihre schrittweisen Reduktionsmaßnahmen – auch über den Mobilitätsbereich hinaus. Der strategische Fokus der ÖBB Klimaschutzstrategie liegt allerdings prioritär auf der Reduktion des nationalen CO 2 -Fußabdrucks des Transport- und Mobilitätssektors in Österreich. Wichtige Kennzahlen auf einen Blick (Fokus AT) 2021 2022 Anteil elektrifizierte Strecken (%) 74 74 CO 2 eq-Emissionen des Sektors Mobilität (Scope 1 u. 2) (t) 212.258 226.215 CO 2 eq-Emissionen des ÖBB Schienenverkehrs (t) 79.084 79.301 Anzahl der e-PKWs der innerbetrieblichen Flotte 200 229 Anteil der erneuerbaren Energie im Bahnstrom (%) 100 100 Endenergieverbrauch der ÖBB (GWh) GRI 302-1, 302-4 3.032 3.068 CO 2 eq-Einsprungen durch die ÖBB Verkehrsleistungen (Mio. t) 3,0 *) 4,0 *) verringert durch coronabedingten Rückgang von ÖBB Verkehrsleistungen. Wert 2019 (vor den Auswirkungen durch die Corona-Pandemie): 4,2 Mio. t. Zielsetzungen CO 2 -neutraler ÖBB Mobilitätsbereich bis 2030 (Scope 1 und 2 – ohne Gebäude) Mobilität – Elektrifizierung von Strecken: Anhebung des Elektrifizierungsgrades auf 85% bis 2030 und auf 89% bis 2035. – Alternative Antriebe – Schiene: Schrittweise Umstellung der verbleibenden Dieselflotte auf alternative Antriebstechnologien. – Alternative Antriebe – Straße: • In Abstimmung mit den Auftraggebern der Verkehrsdienstleistungen (Leistungsbesteller) erfolgt eine schrittweise Umstellung der Postbusflotte auf Elektro- und Wasserstoffbusse. • Restlicher ÖBB Straßenfuhrpark (Dienst- und Nutzfahrzeuge) wird sukzessive auf alternative Antriebe umgestellt: Pkw- Flotte ≤ ௗ 3,5 t bis 2030 zu 100% elektrifiziert und Ö BB Gesamtflotte bis 2030 zu 61% elektrifiziert. – Erneuerbare Energien: Steigerung der ÖBB Eigenversorgung (Eigenproduktion + Partnerkraftwerke) auf 80% im Bahnstrombereich bis 2030. – Energieeffizienz: Hebung von definierten Energieeinsparungspotenzialen: Einsparpotenzial bis 2030 im Bereich Mobilität in Höhe von Ĭ ௗ 180.000 MWh (Planungsstand Ende 2022). – Erhöhung der Auslastung im Verkehr: Forcierung auslastungssteigender Maßnahmen im ÖBB Personen- und Güterverkehr. | LB65

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