ÖBB Geschäftsbericht 2022
136 Konzernlagebericht Infrastrukturseitige Maßnahmen – Weitere Forcierung des ortsfesten Lärmschutzes. – Errichtung weiterer moderner Schallschutzwände und -dämme (knapp 1.000 km Neubau- und Bestandsstrecken sind jetzt schon abgedeckt). – Effizienter Lärmschutz, gemeinsam mit Ländern, Städten und Gemeinden – durch Förderung von Schallschutzwänden und Einbau von Schallschutzfenstern und -türen in hochbelasteten Gebieten. – Umsetzung der europäischen Vorgaben der TSI-Noise („quieter routes“) in Österreich mit Fokus auf alle am Netz der ÖBB tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen beziehungsweise Wagenhalter: ab 08.12.2024 dürfen auf sogenannten „leisen Strecken“ nur mehr leise (d.h. entsprechend auf lärmarme Bremsen umgerüstete) Güterwagen verkehren. Sie müssen einen um ca. 10dB leiseren Vorbeifahrtspegel aufweisen als vor der Umrüstung. – Lärmminderungsmaßnahmen durch laufende Instandhaltungsmaßnahmen des Schienennetzes (z.B.: Schienenschleifen) – Jahresbericht „Monitoring Schallemissionen Eisenbahnverkehr Wörthersee“ mit Bezug auf Eisenbahn-Schallemissionen der zweigleisigen Südstrecke im Zentralraum Kärnten (gemeinsam mit Land Kärnten). – Forschung und Entwicklung – zur Forcierung neuer und innovativer Maßnahmen zur weiteren Verringerung von Bahnlärm sowie von Erschütterungen und Vibrationen (eine Auswahl an Forschungsprojekten findet sich im Rahmen der Initiative „Leise Gleise“ auf https://konzern.oebb.at/de/leise-gleise/forschung-entwicklung) . – Maßnahmen zur Minimierung von Erschütterungen / Vibrationen (Zustand von Schienen, Aufbau / Schichtung des Erdreiches auf dem Übertragungsweg …). Fahrzeugseitige Maßnahmen – Die Rail Cargo Group setzt alles daran, den Schienengüterverkehr leiser zu machen. Dafür statten sie alle ihre in Betrieb befindlichen Güterwagen mit neuen leisen Sohlen aus. Die Laufflächen bleiben glatter und die Rollgeräusche werden somit entscheidend leiser. Güterzüge klingen dann fast um die Hälfte leiser als herkömmliche Wagen. Im März 2018 wurde mit dem Umbau begonnen, und 2023 soll die Umrüstung abgeschlossen werden. Derzeit sind bereits 96% der RCG Flotten in Österreich mit leisen Bremsen unterwegs. Bis Ende 2023 werden 100% mit leisen Bremssohlen ausgestattet sein. – Weitere Anwendung geltender technischer Normen / Standards in Hinblick auf die Lärmminderung bei der Neubeschaffung von Schienenfahrzeugen im Personen- und Güterverkehr und von Bussen für den Personenverkehr auf der Straße. – Umsetzung fahrzeugseitiger Maßnahmen zur Minimierung von Erschütterungen / Vibrationen (Zustand des Rollmaterials, Gewicht / Geschwindigkeit und Zusammensetzung von Zügen …). – Lärmminderung im Bahnbetrieb durch gezielte Schulung und Information von Mitarbeiter:innen 1für eine lärmmindernde Betriebsführung (Lärmschutzanweisungen für Verschub bzw. Betrieb). Klassische Luftschadstoffe Hinweis: CO 2 -Emissionen werden Kapitel G.1. Klimaschutz behandelt. Klassische Luftschadstoffe (NO 2 , NO X ,…) werden bei den ÖBB ähnlich wie Treibhausgasemissionen zu großen Teilen bei Verbrennungsprozessen ausgestoßen Das erfolgt einerseits im Verkehr (z. ௗ B. Dieseleinsatz im Schienen- / Bus- u. innerbetrieblichen Verkehr), andererseits bei stationären Anlagen (Heizanlagen). Staub- und Feinstaubbelastungen bei den ÖBB stammen oft auch aus anderen Quellen – vor allem aus Bau- und Erhaltungsprojekten. Zielsetzung Luftschadstoffe im Verkehr und aus stationären Quellen weiter verringern und auch Staub- beziehungsweise Feinstaubbelastungen geringhalten. Dabei wird anhand folgender Stoßrichtungen vorgegangen: – Luftschadstoffe im Verkehr – etwa Reduktion von Emissionen aus der Verbrennung (v. a. Stickstoffoxide und Kohlenmonoxid) zum Beispiel durch Motorentechnik (Abgasstandards, Euro-Klassen …) und dem Reifen- und Bremsabrieb (v. a. Stäube). Hinweis: Dekarbonisierungsmaßnahmen aus Baustein 1 – Klimaschutz (z. B. Ersatz von Diesel) wirken nicht nur THG-senkend, sondern reduzieren auch entsprechend klassische Luftschadstoffe. – Luftschadstoffe aus der stationären Verbrennung (z. B. Ölheizungen). – Staub- bzw. Feinstaubbelastungen durch ÖBB Bau- bzw. Erhaltungsprojekte (in erster Linie Ausbau und Optimierung Schieneninfrastruktur). | LB77
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