ÖBB Geschäftsbericht 2022
138 Konzernlagebericht Highlights 2022 Strategische Lärmkartierung Rollende Räder erzeugen Schall aufgrund physikalischer Gesetze, welche sich nicht außer Kraft setzen lassen. Die ÖBB unternehmen jedoch alles, um Schallemissionen des Schienenverkehrs einzudämmen und zu verringern. Im Zuge der europäischen Strategischen Lärmkartierung erfolgten die planmäßig alle fünf Jahre vorzulegenden österreichweiten Lärmkarten (vgl. www.laerminfo.at – Lärmkarten / Schienenverkehr). Erstmalig kam die europaweit einheitliche Berechnungsmethode zum Einsatz. Auf der Grundlage der Strategischen Lärmkartierung werden im kommenden Jahr auf Basis des Artikels 8 der EU-Umgebungslärmrichtlinie bzw. ihrer nationalen Umsetzung die Aktionspläne erstellt, welche bis 2024 der Europäischen Kommission vorzulegen sind. Wirkungsvolle Schutzmaßnahmen Im Zuge der Lärmsanierung bei Bestandsstrecken werden Schallschutzwände und Schallschutzfenster errichtet und gefördert. Bei Neu- und Ausbaustrecken werden Lärmschutzmaßnahmen von Beginn an mitberücksichtigt und umgesetzt. Dadurch befanden sich im Jahr 2022 im Netz der ÖBB-Infrastruktur AG auf 4.935 km Streckenlänge 1.025 km an Schallschutzwänden und Schallschutzdämmen. Im Berichtsjahr 2022 wurden zusätzlich 12 km Schallschutzwände errichtet. Postbus: Weitere Forcierung emissionsarmer Busse 2.511 Busse der emissionsärmeren Normklassen Euro 5 / EEV und Euro 6 stehen Ende 2022 im Bestand der Österreichischen Postbus Aktiengesellschaft. Das sind um 64 Stück mehr als Ende 2021. Die Einhaltung geltender technischer Normen und Standards bei der Neuanschaffung von Verbrennungsfahrzeugen wie etwa Bussen ist die wesentliche Grundvoraussetzung, um beispielsweise klassische Luftschadstoffe (NO 2 , NO X ) im Verkehr zu reduzieren oder zu begrenzen. Ausblick 2023 Die Zukunft der leisen Gleise Zukunftsthemen zur Verringerung von Bahnlärm werden im Rahmen von Forschungsprojekten bei der ÖBB- Infrastruktur AG erarbeitet: Diese betreffen sowohl die systematische und langfristige Testung von Oberbaukomponenten als auch die wechselseitigen Abhängigkeiten Fahrzeug – Fahrweg in schalltechnischer Hinsicht. Weiters werden Prognosen in schalltechnischer Hinsicht erarbeitet, welche künftige Entwicklungen wie beispielsweise Verkehrsprognosen (vgl. VPÖ 2040+) bzw. verkehrspolitische Pläne (vgl. Mobilitätsmasterplan 2030) mitberücksichtigen. Heizölausstieg Umsetzung weiterer Umbauten für den Ausstieg aus ölbefeuerten Heizungsanlagen bis 2030, siehe Kapitel G.1. G.4. Ressourcenmanagement GRI 413-1 Managementansatz Die Mengen an Ressourcen, die wir Menschen im Schnitt pro Jahr verbrauchen, ist erheblich größer als das, was uns die Erde im gleichen Jahr „zur Verfügung stellt“. Zur nachhaltigen Abdeckung des Verbrauchs von Menschen müssten jedes Jahr „1,75 Erden“ verfügbar sein. Für den aktuellen Ressourcenverbrauch Österreichs wären derzeit sogar „3,5 Erden“ nötig. Der achtsame und nachhaltige Umgang mit Ressourcen muss also klar im Fokus stehen – das gilt auch für die ÖBB. Für die Errichtung und den Erhalt von Bahninfrastruktur sowie den Betrieb werden Wasser und viele andere Rohstoffe beziehungsweise Materialien benötigt. Ebenfalls eine wertvolle Ressource ist die Fläche, der Flächenverbrauch des öffentlichen Verkehrs ist effizient. Mit nur sieben Quadratmetern je beförderter Person hat er einen weit geringeren Flächenverbrauch als der motorisierte Individualverkehr mit 100 Quadratmetern. Übergeordnetes Ziel der ÖBB ist es, den Einsatz ihrer Rohstoffe und Materialien gering zu halten, Ressourcen und vor allem Kosten zu sparen. Insbesondere wollen die ÖBB Chemikalien und Schadstoffe so weit wie möglich reduzieren. Abfälle sollen weitgehend vermieden und eine Kreislaufwirtschaft gefördert werden. Auch beim Flächenverbrauch ist es das Ziel der ÖBB, diesen auf das notwendigste Ausmaß zu beschränken. | LB79
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