ÖBB Geschäftsbericht 2022

39 #RichtungZukunft regionaler Strecken investiert, die im ländlichen Raum eine Grundversorgung mit nachhaltiger Mobilität sicherstellen. Neben der Elektrifizierung waren das die Einrichtung zeitgemäßer Kund:innenin- formationssysteme, die Verbesserung der Sicherheit an Eisenbahnkreuzungen, die Erneuerung von Bahnhöfen und Haltestellen sowie die Schaffung regionaler Mobilitätshubs. Beispielhaft sei hier die Stre- cke der Mattigtalbahn zwischen Straßwalchen in Salzburg und Braunau am Inn in Oberösterreich angeführt. 2022 erfolgte die offizielle Eröffnung der Verlänge- rung bis Neumarkt am Wallersee sowie die Elektrifizierung des Streckenabschnitts bis Friedburg. Die Modernisierung und bar- rierefreie Gestaltung der drei Bahnhöfe Munderfing, Mattighofen und Mauer- kirchen stellt einen weiteren Meilenstein dar. Zudem wurden sieben Eisenbahn- kreuzungen modernisiert und technisch aufgerüstet. Mit dem Bau von P&R-An- lagen werden die Arbeiten an den drei Bahnhöfen Ende 2023 abgeschlossen und bis 2027/2028 ist die Elektrifizierung der gesamten Mattigtalbahn geplant. Im Rahmenplan 2023 bis 2028 wurden die Investitionen in die Regionalstrecken der ÖBB auf 1,8 Milliarden Euro deutlich erhöht. Zu den Schwerpunkten zählen unter anderem die Salzkammergutbahn, die Lavanttalbahn oder die Bahninfra- struktur in Osttirol. Aber auch in der Ostregion steht eine riesige Mo- dernisierungswelle bevor. Welche Ef- fekte Investitionen in regionale Bahn- infrastruktur brin- gen, zeigt sich am Beispiel der regio- nalen Bahnen in Niederösterreich. Dort kommt eine 2021 von Economica – Institut für Wirtschafts- forschung durchgeführte Studie zu dem Ergebnis, dass jeder im laufenden Betrieb erwirtschaftete Euro im Gesamt- effekt 3,8 Euro generiert. Genauso wie jeder Arbeitsplatz im laufenden Betrieb 3,8 Arbeitsplätze in den Standortge- meinden sichert. Österreichweit sind es rund 15.000 Arbeitsplätze, die die ÖBB mit einer Milliarde Euro an Investitionen schaffen oder sichern, und rund fünf Milliarden Euro an Wertschöpfung. Dazu kommt, dass eine moderne Schienen- infrastruktur die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft verbessert und die Attraktivität des Standorts steigert. Investitionen in Digitali- sierung und Dekarbonisierung Aber nicht nur in die „Hardware“ der ÖBB, sondern auch in die Digitalisierung und Automatisierung wird maßgeblich investiert, um weiterhin einen effizien- ten und sicheren Eisenbahnbetrieb zu gewährleisten. Zu den Schwerpunkten zählen etwa die Weiterentwicklung der elektronischen Stellwerke oder die Auf- rüstung des Zugsicherungssystems auf ETCS (European Train Control System). Bis 2030 streben die ÖBB sowohl fahrzeug- wie auch streckenseitig die voll- ständige Dekarbonisierung des Bahnver- kehrs an. 2022 wurde die Elektrifizierung der zwölf Kilometer langen Strecke Kla- genfurt – Weizelsdorf im Rosental abge- schlossen. Damit sind aktuell bereits rund 75 Prozent der Bahnstrecken in Österreich auf Strombetrieb umgestellt. Deutlich mehr als 90 Prozent der Transportleistun- gen werden elektrisch erbracht. Bis 2030 kommen im Rahmen der Elektrifizierungs- strategie weitere 500 Kilometer dazu. Parallel zum Rahmenplan wollen die ÖBB bis 2030 rund eine Milliarde Euro in den Ausbau der eigenen Erzeugung von grünem Strom investieren. Neben der Energiegewinnung aus Wasser- und Windkraft bekommt vor allem die Erzeu- gung von Solarstrom eine immer größere Bedeutung. Insgesamt sollen bis 2030 zu- sätzliche 280 Gigawattstunden erneuer- bare Energie selbst erzeugt werden. < erste Durchschlag zwischen Göstritz in Niederösterreich und dem Fröschnitzgraben in der Steiermark Koralmtunnel ab 2025 in Betrieb Bereits mit dem Fahrplanwech- sel 2025 wird die Koralmbahn in Betrieb gehen. Im Mai 2022 konnte der Rohbau des Koralmtunnels fertigge- stellt werden. Die Verlegung der Gleise soll bis Mitte 2023 geschafft sein, danach folgt die umfangreiche technische Ausstattung des 33 Kilometer langen Tunnels. MEHR dazu im Lagebericht auf Seite LB17, LB20, LB25, LB30, L B34, L B43, LB130

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