ÖBB Geschäftsbericht 2023
105 Konzern- lagebericht Innerhalb des ÖBB-Konzerns ist unternehmerisches Handeln zukunftsgewandt. Das zeigt sich schon in der Langlebigkeit der ÖBB Assets wie Infrastrukturanlagen oder Schienenfahrzeugen. Die ÖBB sind sich ihrer Rolle in der Gesellschaft als Unternehmen im öffentlichen Eigentum, als eines der größten Unternehmen des Landes sowie als einer der größten Arbeitgeber und Lehrlingsausbildner Österreichs bewusst. Zudem sind die ÖBB der größte Bauherr, größter Mobilitätsdienstleister des Landes und bieten zusätzlich Bahnlogistiklösungen von der ersten bis zur letzten Meile für unterschiedlichste Branchen quer über den gesamten eurasischen Kontinent an. Dementsprechend nehmen die ÖBB ihre soziale Verantwortung wahr. Um sich als Unternehmen stetig weiterzuentwickeln, werden laufend Maßnahmen zur Zielerreichung umgesetzt. Ein Auszug der wichtigsten Maßnahmen, die im Geschäftsjahr 2023 gesetzt bzw. weitergeführt wurden, finden sich in den Kapiteln G.1 bis G.17. Management, Aufbau und Entscheidungen GRI 2-9, 2-10, 2-11, 2-12, 2-13, 2-17, 2-20, 3-3 Führungsstruktur der höchsten Gremien Als kapitalmarktorientiertes Unternehmen und aufgrund des hohen öffentlichen Interesses orientiert sich der ÖBB-Konzern in der Ausgestaltung und Kommunikation seiner Unternehmensführung an internationalen Standards und Best-Practice- Methoden sowie seit April 2014 am Public Corporate Governance Kodex des Bundes (davor am Österreichischen Corporate Governance Kodex). Der Vorstand der ÖBB-Holding AG verfolgt eine Unternehmensstrategie, wie es das Wohl des Unternehmens unter Berücksichtigung der Interessen des Eigentümers, der Republik Österreich und der Arbeitnehmer:innen erfordert. Im Geschäftsjahr 2023 bestand der Vorstand der ÖBB-Holding AG aus zwei Personen, die in ihrer Funktion die Sorgfalt einer ordentlichen und gewissenhaften Geschäftsleitung angewandt haben. Er berichtet dem Aufsichtsrat regelmäßig über die Geschäftsentwicklung und legt ihm – der Geschäftsordnungen für Geschäftsleitung und Aufsichtsrat sowie der Satzung und dem Gesetz entsprechend – bestimmte Geschäftsfälle der ÖBB-Holding AG oder ihrer Konzernunternehmen zur Genehmigung vor. Die strategische Ausrichtung des ÖBB-Konzerns erfolgt in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat. Im Aufgabenbereich des Aufsichtsrates liegen vor allem die Überwachung der Geschäftsführung sowie die Bestimmung über die Verteilung der Geschäfte. Die Grundlage für die Tätigkeit des Aufsichtsrates bilden in erster Linie das Aktiengesetz, die Satzung, die Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat sowie der Bundes Public Corporate Governance Kodex (B-PCGK). Zusammen bilden der Aufsichtsrat und der Vorstand der ÖBB-Holding AG die Gremien für Entscheidungen in Bezug auf ökonomische, ökologische und soziale Themen. Im höchsten Kontrollorgan, dem Aufsichtsrat, sind keine Vorstandsmitglieder derselben Gesellschaft vertreten. Die Aufsichtsratsmitglieder sind unabhängig und für maximal fünf Jahre gewählt. Vor ihrer Wahl müssen alle Aufsichtsratsmitglieder ihre sonstigen Organfunktionen offenlegen. Eine ausgewogene Geschlechterverteilung gemäß dem Gleichstellungsgesetz wird sichergestellt und von den meisten Konzerngesellschaften im Sinne des B-PCGK des Bundes erfüllt oder angestrebt. Darüber hinaus ist eine ausgewogene Vertretung von Personen aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft und Wirtschaft gegeben. Allgemeine Informationen zur Struktur der Entscheidungsgremien finden sich im Geschäftsbericht 2023 und im des Corporate Governance Berichts. Die Besetzung der höchsten Leitungsorgane, seien es Vorstände oder Geschäftsführer:innen, unterliegt gemäß dem Stellenbesetzungsgesetz der Verpflichtung zur Ausschreibung. Die Entscheidungsfindung erfolgt durch Nominierungs- und Personalausschüsse der Aufsichtsräte sowie Hearings unter Einbeziehung externer Berater:innen, die eine Vorauswahl treffen. Dabei werden Kriterien wie die fachlichen Kompetenzen, Unabhängigkeit, Diversität sowie Ansichten der Stakeholder:innen (inkl. Aktionär:innen) berücksichtigt. Nachhaltigkeitssteuerung Als Unternehmen orientiert sich der ÖBB-Konzern an den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökologie, Ökonomie und Soziales. Zur Gewährleistung eines stetigen Informationsaustausches zu den wesentlichen Nachhaltigkeitsthemen auf Ebene der Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer:innen wurde 2021 ein Nachhaltigkeitsboard implementiert. Dort tauschen sich die für die Nachhaltigkeitsagenden zuständigen Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer:innen aus. Bei den mehrmals im Jahr stattfindenden Terminen diskutieren die Verantwortlichen die wichtigsten Themen in Sachen Nachhaltigkeit und legen die strategische Ausrichtung des Konzerns fest. Ergänzend wurde die Plattform Konzern Nachhaltigkeit etabliert. In dieser treffen die jeweiligen Nachhaltigkeitskoordinator:innen aus der Holding und den Teilkonzernen mehrmals pro Jahr zusammen. Im Rahmen dessen besprechen sie konzernübergreifende Nachhaltigkeitsthemen sowie Umsetzungs- maßnahmen zur ÖBB Nachhaltigkeitsstrategie und ihren 17 Bausteinen. Diese internen Strukturen treiben die Systematisierung eines professionellen Nachhaltigkeitsmanagements voran und ebnen den Weg für eine ganzheitliche Steuerung der Nachhaltigkeitsthemen im ÖBB-Konzern. LB60 |
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