ÖBB Geschäftsbericht 2023
113 Konzern- lagebericht Güterverkehr – Logistikkette: Lösungen für die gesamte Logistikkette gestalten. – Verfügbarkeiten optimieren und ausreichende Kapazitäten bereitstellen. – Zugang zum System Bahn auch im Güterverkehr vereinfachen. Die ÖBB gehen zur Dekarbonisierung schrittweise und entlang folgender drei Bereiche vor: Mobilität, Gebäude und Scope 3-Emissionen (Dekarbonisierungspfade). Bereich Mobilität Mobilitätsleistungen mit Bahn und Bus sind das Kerngeschäft der ÖBB. Auf sie richtet sich der zentrale Fokus der Klimaschutzstrategie. Ziel ist es, vor allem die THG-Emissionen der für den Schienen- und Busverkehr eingesetzten Energieträger so weit zu reduzieren, dass 2030 Klimaneutralität in diesem Bereich erreicht werden kann. Zu berücksichtigen ist hierbei auch das natürliche Ende des Nutzungszyklus einzelner Fahrzeugtypen, die durch moderne und emissionsarme Fahrzeuge ersetzt werden. Ob eine Übergangsphase für einzelne Fahrzeugtypen für den Einsatz über 2030 hinaus notwendig ist, wird in den nächsten Jahren im Zuge der Bewertung/Aktualisierung des Dekarbonisierungspfades Mobilität geprüft. Die Umsetzung erfolgt mit sechs Stoßrichtungen im Bereich Mobilität. Dabei soll mittels eines mehrstufigen Elektrifizierungsplans der Elektrifizierungsgrad des ÖBB Schienennetzes bis 2030 auf 85% und bis 2035 auf 89% angehoben werden. Das gilt, sofern die technologische Weiterentwicklung aus Systemsicht die Nutzung alternativer Antriebstechnologien nicht zu einer höheren Wirtschaftlichkeit auf diesen Strecken führt. Dies gilt, sofern die Nutzung alternativer Antriebstechnologien keine höhere Wirtschaftlichkeit auf diesen Strecken aufweist als die technologische Weiterentwicklung aus Systemsicht. Aktuell werden bereits über 90% der ÖBB Verkehrsleistungen auf der Schiene mit Elektrotraktion auf den elektrifizierten Strecken des ÖBB Netzes durchgeführt. Auf Nebenstrecken und Verschubbereichen, deren Elektrifizierung aus wirtschaftlichen Gründen nicht darstellbar ist, soll die aktuelle Dieselflotte schrittweise durch Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien ersetzt werden. Aber auch abseits der Schiene wollen die ÖBB sowohl im innerbetrieblichen Verkehr als auch im Busbereich auf alternative Antriebe umsteigen. Speziell bei der Umstellung der Busflotte der Österreichischen Postbus Aktiengesellschaft hat dies insbesondere in Abstimmung mit den Auftraggebern der Verkehrsdienstleistungen (Leistungsbesteller) zu erfolgen. Mit der 2018 erfolgten Umstellung auf Bahnstrom aus erneuerbaren Quellen wurde ein bedeutender Meilenstein in der Stoßrichtung Erneuerbare Energie gesetzt. Beim Drehstrom für Betriebsanlagen wie Gebäude, Werkstätten oder Weichenheizungen erfolgte die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energieträgern im Jahr 2019. Strom aus erneuerbaren Energien ist die zentrale Säule für die Klimafreundlichkeit der Bahn. Allerdings ist damit zu rechnen, dass die Kosten für erneuerbare Energien weiter steigen werden, dementsprechend setzt der ÖBB-Konzern auf höhere Eigenversorgung mit Bahnstrom aus erneuerbaren Energieträgern (Sonne, Wind, Wasser …). Doch am meisten Kosten und CO 2 spart Energie, die nicht verbraucht wird. Der Schwerpunkt bei der Energieeffizienz im ÖBB-Konzern liegt auf der Optimierung der Betriebsführung von Zügen und beim effizienteren Einsatz von Strom und Diesel. Mit der sechsten und letzten Stoßrichtung im Bereich Mobilität soll die Erhöhung der Auslastung im Verkehr forciert werden. Eine intelligentere beziehungsweise effizientere Nutzung der Fahrzeugflotte, um mehr Personen und Güter in Zügen und Bussen befördern zu können, steht hier im Fokus. Die eingesetzten Transportfahrzeuge unter Verwendung der erforderlichen Energieformen optimal auszulasten, ist eine wesentliche Maßnahme für die Klimafreundlichkeit des Verkehrs. Die Liste an potenziellen Reduktionsmaßnahmen wurde im jährlich fortzuschreibenden Dekarbonisierungspfad für den Bereich Mobilität im Berichtsjahr detailliert bewertet und mit ausreichend budgetären Mitteln für die nächsten Jahre abgesichert. Die Bestellung von 16 elektrisch betriebenen Cityjet Akkutriebzügen, die ab 2028 zum Einsatz kommen sollen, sowie der Plan e-Hybridloks für den Verschub zu beschaffen, sind einige der Highlights aus dem Mobilitätsbereich im Jahr 2023. Die fixierten Maßnahmen bis 2030 (Stand Juni 2023) zeigen erste Einsparungspläne in der Höhe von rd. 34.000 t CO 2 eq-Emissionen. Grundlage für diesen Wert sind CO 2 eq-Emissionen in Höhe von rd. 222.000 t aus dem Basisjahr 2019. Stark zeigt sich dies im Bereich innerbetrieblicher Verkehr. Er verzeichnet mit der Senkung von rd. 52% der THG-Emissionen die größte Reduktion – so der aktuelle Stand des Dekarbonisierungspfades Mobilität. In Summe ergibt sich mit dem aktuellen Maßnahmenportfolio eine Reduktion der THG-Emissionen um 15%. Diese definierten Reduktionsmaßnahmen reichen für eine (realistisch leistbare) Dekarbonisierung des Mobilitätsbereichs 2030 noch nicht aus (= null CO 2 nach Kompensation). Weitere Reduktionsmaßnahmen sind daher erforderlich. Aufgrund der gegebenen Rahmenbedingungen im Bereich Mobilität gilt es im Jahr 2024 final abzuwägen, ob und unter welchen Voraussetzungen das Ziel der Klimaneutralität 2030 realistisch erscheint. Der ÖBB Schienenbereich ist aktuell der Erreichung der Dekarbonisierung bis 2030 näher als der Busbereich, der jedoch eine schwierigere Ausgangssituation zu bewältigen hat. Die Fahrzeugbeschaffung im Busbereich erfolgt entsprechend der Vorgaben der Leistungsbestellern, die Großteils weiterhin Dieselbusse verpflichtend vorgeben. Grundsätzlich wird der Dekarbonisierungspfad Mobilität jährlich bewertet und um neue Maßnahmen ergänzt. Diese Maßnahmen kommen in weiterer Folge auch dem Klimaaktiv-Pakt des Klimaschutzministeriums (BMK) zugute, an dem die ÖBB und zehn weitere Großbetriebe seit 2021 teilnehmen. Das gemeinsame Ziel ist es, den CO 2 -Ausstoß bis 2030 mindestens zu halbieren – im Vergleich zu 2005. LB68 |
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