ÖBB Geschäftsbericht 2023

115 Konzern- lagebericht Ausblick 2024 Auch 2024 wird der „Dekarbonisierungspfad Mobilität“ weiterentwickelt und mit Maßnahmen inklusive Bewertung der THG-Reduktionspotenziale aktualisiert. Die Zielerreichung der Klimaneutralität in Bereich Mobilität im Jahr 2030 wird basierend auf den Erkenntnissen aus dem Jahr 2023 herausfordernd. Voraussetzung ist, dass weitere erforderliche Rahmenbedingungen geschaffen werden (Finanzierungen/Förderungen, durch Auftraggeber von Verkehrsdienst- leistungen gestaltete Ausschreibungen für Busleistungen mit alternativen Antrieben, etc.). Zusätzlich dürfen sich auch die Folgen der 2022 aufgekommenen Energiekrise nicht zu nachteilig auswirken (Verfügbarkeit – v. a. von erneuerbaren Energien, massive Mehrkosten durch Energiepreise, etc.). 2024 wird die neue ÖBB Energiestrategie weiter vorangetrieben. Sie hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt hat, den Eigenversorgungsanteil (Eigenproduktion + Partnerkraftwerke) im Bahnstrombereich bis 2030 auf 80% zu erhöhen. Neben einem Erweiterungs- und einem Re-Poweringprojekt bei Wasserkraft und der Weiterführung des Fotovoltaik- Ausbauprogramms engagieren sich die ÖBB auch im Bereich der Windkraft. Bis 2030 wird weiterhin verstärkt in den Ausbau erneuerbarer Energieträger investiert. Bereich Gebäude Neben dem Mobilitätsbereich, dem Kerngeschäft der ÖBB, sind Gebäude (inkl. ortsfester Anlagen) ein weiterer großer Bereich, in dem konkrete Maßnahmen zur Reduktion von THG-Emissionen definiert und gezielt Potenziale gehoben werden. Neben der Energieversorgung der Gebäude (Strom, Wärme, Kälte …) und deren Optimierung (beispielsweise durch den Umstieg auf alternative Energieträger) sind hier die Gebäudeoptimierung und die Gebäudesanierung die zentralen Themen. Klares Ziel in diesem Bereich ist die Klimaneutralität 2040 bis 2050. Highlights 2023 Der Ausstieg aus Heizöl bis 2030 und der Ausstieg aus „Fossilgas“ bis 2034 wurden als Schwerpunkte (Stoßrichtungen) zur Dekarbonisierung im Gebäudebereich definiert. Rund 95% der THG-Emissionen im Gebäudebereich der ÖBB (Scope 1+2) stammen Ende 2023 noch aus dem Bereich fossiler Wärme. Auch 2023 wurde der Ausstieg aus ölbefeuerten Heizanlagen durch den Umbau auf alternative Heizsysteme weiter vorangetrieben. Seit Ende 2019 wurden bereits 64 Heizungsanlagen umgebaut (Ausgangspunkt Geschäftsjahr 2019 259 Anlagen – der Basiswert wurde zum Vorjahr 2022 angepasst – Ende Geschäftsjahr 2023 195 Anlagen (Vj: 221) umgerüstet. Angesichts der politischen Lage und der steigenden Gaspreise wird neben dem Ausstieg aus Heizöl auch der Rückzug aus Erdgas forciert. Die im Herbst 2022 bei der ÖBB-Infrastruktur AG beauftragte Policy zur Energieträgerwahl für Gebäude wurde im November 2023 finalisiert. In der Folge wurde sie samt einer Umsetzungsempfehlung für die Teilkonzerngesellschaften genehmigt. Die aktuellen Entwicklungen am Energie- und insbesondere am Erdgasmarkt beeinflussen die Auswahl der Energieträger bei Neu- und Umbauten der ÖBB Heizungsanlagen maßgeblich. Diese Policy gibt nun vor, dass neben wirtschaftlichen Kriterien auch strategische und ökologische Kriterien bei der Auswahl des Energieträgers zu berücksichtigen sind. Erster Umsetzungsfokus sind ÖBB Standorte bzw. ÖBB Gebäude in Österreich. 2023 wurde eine langfristiger gesamthafter Gebäudeoptimierungsplan 2030 / 2040 für einen fundierten Dekarbonisierungspfad im Gebäudebereich aufgesetzt. Das Konzernprojekt wird unter der Federführung der ÖBB- Immobilienmanagement GmbH realisiert. Im Fokus liegen Standortoptimierungen, gezielte Sanierungen und Beiträge zur Dekarbonisierung. Aufgrund der Ergebnisse der Pilotstandorte liefert der Gebäudeoptimierungsplan eine Hochrechnungsbasis sowie Zusammenfassung des aktuellen Standes des Heizöl- und Erdgasausstiegs – als Grundlage für den Dekarbonisierungspfad im Bereich Gebäude. Bei der Österreichischen Postbus Aktiengesellschaft wurden im Berichtsjahr 2023 zwei neue Fotovoltaikanlagen auf den Dächern der Postbus-Standorte in Innsbruck und Spittal an der Drau mit einer Gesamtleistung von 396 kWp in Betrieb genommen. Diese tragen zur Versorgungssicherheit bei und können sich auch positiv auf den Emissionsfaktor im Strommix auswirken. Weitere Fotovoltaikanlagen befinden sich in Umsetzung – z. B. in Wolfsberg – und drei weitere sind in Planung – in Steyr, Wels und Linz. Ausblick 2024 2024 werden weitere Umbauten für den Ausstieg aus ölbefeuerten Heizungsanlagen und aus Fossilgas-Heizanlagen durchgeführt. Auch das Roll-out der Konzernpolicy zur Energieträgerauswahl für Gebäude im Konzern erfolgt 2024. Der erste Fokus für die Umsetzung liegt auf den Standorten in Österreich. Zusätzlich werden nächste Schritte aus dem Projekt Gebäudeoptimierungsplan 2030 / 40 gesetzt. LB70 |

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