ÖBB Geschäftsbericht 2023
Konzernlagebericht 124 Um unerwartet auftretende Schäden und Beeinträchtigungen am Streckennetz der ÖBB künftig besser abschätzen zu können, wurde 2023 ein innovatives Pilotprojekt umgesetzt. Im Rahmen dieses Projekts werden künftig “Drohnengaragen” über das Streckennetz verteilt. Die eingesetzten Drohnen senden Echtzeitbilder vom Zustand des betroffenen Streckenabschnitts. Dies kann zu Zeiteinsparungen durch verkürzte Bearbeitungszeiten und die Minimierung von Streckensperren führen. Um in Richtung Nachhaltigkeit auch einen entsprechenden Beitrag zu leisten, wurde im Jahr 2023 das Regelwerk 09.04 – Gestaltung und Dimensionierung von Entwässerungsanlagen – bedarfsgerecht fortgeschrieben. Neu enthält dieses Regelwerk nun eine Bestimmung, dass Niederschlagswässer primär vor Ort versickert werden sollen, bevor diese z. B. in die Kanalisation eingeleitet werden. Dadurch werden die Wässer unmittelbar dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt. Zahlreiche Untersuchungen und Beobachtungen haben auch ergeben, dass die diversen Rückhalte- und Versickerungs- becken der Bahn wichtige Feuchtlebensräume in der Landschaft sind. Ausblick 2024 Die nächste detailliertere Evaluierung potenzieller Klimagefahren wird im Zusammenhang mit der Umstellung auf die European Sustainability Reporting Standards (ESRS) E1 – Klimawandel erfolgen. Zusätzlich wird GeoSphere Austria – Kooperationspartner der ÖBB – in Q3 2024 die EURO-CORDEX Daten inkl. statistischer Fehlerkorrektur für eine weitere Verfeinerung der KRVA im Ausland zur Verfügung stellen zu können. Im Jahr 2024 wird auch weiter an der Sanierung der Schutzwälder gearbeitet, um die Stabilität der Schutzwälder und ihre Schutzfunktion vor Naturgefahren und Bodenerosion gewährleisten zu können. Höchste Priorität hat dabei das Aufforsten der Wälder. Das soll die Verjüngung und eine Mischwaldkultur fördern. Schutzanlagen gegenüber Naturgefahren werden wie in den Vorjahren als Ergebnis aus der Naturgefahrenhinweiskarte errichtet und infolge des aktuellen Anlagenzustandes bedarfsgerecht reinvestiert. Weitere wesentliche Maßnahmen Anpassung an den Klimawandel (Auszug) Hochwasserbetroffenheit | Erkenntnisse der Untersuchungen als Grundlage für die Bewertung von Hochwasserschutzprojekten von Dritten. Präventive Baumentfernung – „Bahnbegleitwald“ | Mit der präventiven Baumentfernung sollen Beeinträchtigungen der Bahn durch Äste oder umstürzende Bäume bei Stürmen und Gewittern bestmöglich reduziert werden. G.3. Emissionen (exkl. CO 2 ) Managementansatz Der Sektor Verkehr ist in Österreich für etwa 16% der Staubemissionen und für rd. 55% der Stickstoffoxidemissionen (Teil der klassischen Luftschadstoffe) verantwortlich. Hauptverursacher ist der Straßenverkehr. Schallemission ist eine weitere Umweltbelastung, von der sich die Bevölkerung wegen ihrer direkten Wahrnehmbarkeit am meisten betroffen fühlt. Hauptquelle der Schallbelastung ist der Verkehr, wobei der Straßenverkehr auch hier als Hauptlärmerreger dominiert. Die Bahn ist das mit Abstand klimafreundlichste Verkehrsmittel, dennoch verursacht auch die Bahn Emissionen. Neben den Treibhausgasemissionen (Hinweis: THG-Emissionen siehe Kapitel G.1. Klimaschutz) werden auch klassische Luftschadstoffe wie Stickstoffoxid (NO X ) oder Stickstoffdioxid (NO 2 ) emittiert. Diese entstehen durch Schienen-, Bus- und innerbetrieblichen Verkehr mit Diesel ebenso wie durch Heizungsanlagen im stationären Bereich. Weiters treten beim Betreiben von Bahn und Bus Schallemissionen und Erschütterungen, Staub und Feinstaub sowie Lichtverschmutzung und elektromagnetischer Smog auf. Im Sinne einer nachhaltigen Ausrichtung des Unternehmens wollen die ÖBB alle Arten von Emissionen, die eine Belastung für Mensch und Umwelt darstellen können, reduzieren. Das gilt umso mehr, als der Schienenverkehr weiter zunehmen wird. Mit wirkungsvollen Maßnahmen wollen die ÖBB mögliche Belastungen durch Emissionen für Anrainer:innen und Natur minimieren und zugleich den Komfort und die Sicherheit für ihre Kund:innen optimieren. Die wesentlichen ÖBB Themenfelder zur Reduktion von Emissionen sind: – Schallemissionen / Erschütterungen – Klassische Luftschadstoffe (Hinweis: über THG-Emissionen wird im Baustein Klimaschutz speziell berichtet) – Lichtverschmutzung / elektromagnetische Felder | LB79
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