ÖBB Geschäftsbericht 2023
125 Konzern- lagebericht Verminderung von Schallemissionen und Schutz vor Erschütterungen / Vibrationen Schienenverkehr ist ein wesentlicher Teil der klimafreundlichen Mobilität. Bahnschall ist die „Achillesferse“ in der Akzeptanz als klimafreundliches Verkehrsmittel – vor allem Schallemissionen der Güterwagen. Daher steigern „leise Züge“ die Akzeptanz der Anrainer:innen für die Bahn. Ziel der ÖBB ist es, die Belastungen durch Schallemissionen und auch Belastungen durch Erschütterungen (Vibrationen) für die Anrainer:innen an Bahnstrecken noch weiter zu senken. Zugleich wird damit der Fahrkomfort für Reisende (z. ௗ B. Nachtzug) noch weiter erhöht. Zur Erreichung dieses Ziels ist die Systemsicht auf die Interaktion von Infrastruktur und Fahrzeugen von entscheidender Bedeutung. Infrastrukturseitige Maßnahmen – Effiziente ortsfeste Schallschutzmaßnahmen, gemeinsam mit BMK, Ländern und Gemeinden – durch Förderung von Schallschutzwänden bzw. -dämmen (knapp 1.000 km Strecken sind jetzt schon abgedeckt) und Einbau von Schallschutzfenstern und -türen in hochbelasteten Gebieten – Umsetzung der europäischen Vorgaben der TSI-Noise („quieter routes“) in Österreich mit Fokus auf alle am Netz der ÖBB tätigen Eisenbahnverkehrsunternehmen beziehungsweise Wagenhalter: Ab 08.12.2024 dürfen auf sogenannten „leisen Strecken“ nur mehr leise (d.h. entsprechend auf lärmarme Bremsen umgerüstete) Güterwagen verkehren. Sie weisen einen um ca. 10dB leiseren Vorbeifahrtspegel auf als vor der Umrüstung. – Schallminderungsmaßnahmen durchlaufende Instandhaltungsmaßnahmen des Schienennetzes (z. B. Schienenschleifen) – Jahresbericht „Monitoring Schallemissionen Eisenbahnverkehr Wörthersee“ mit Bezug auf Eisenbahn-Schallemissionen der zweigleisigen Südstrecke im Zentralraum Kärnten (gemeinsam mit Land Kärnten) – Forschung und Entwicklung – zur Forcierung neuer und innovativer Maßnahmen zur weiteren Verringerung von Bahnlärm (eine Auswahl an Forschungsprojekten findet sich im Rahmen der Initiative „Leise Gleise“ auf https://konzern.oebb.at/de/leise-gleise/forschung-entwicklung) – Maßnahmen zur Minimierung von Erschütterungen / Vibrationen (z. B. Zustand des Gleises, Aufbau / Schichtung des Gleis-Unterbaues) Fahrzeugseitige Maßnahmen – Die Rail Cargo Group setzt alles daran, den Schienengüterverkehr leiser zu machen. Dafür stattet sie alle ihre in Betrieb befindlichen Güterwagen mit neuen leisen Bremssohlen aus. Die Laufflächen bleiben glatter und die Rollgeräusche werden somit entscheidend leiser. Güterzüge klingen dann fast um die Hälfte leiser als herkömmliche Wagen. Im März 2018 wurde mit dem Umbau begonnen, und 2023 wurde die Umrüstung abgeschlossen. Mit Ende 2023 ist die Flotte der Rail Cargo Austria AG zu über 99 % mit leisen Bremsen ausgestattet und entspricht damit bereits den ab 2024 gültigen gesetzlichen Vorgaben. Diese Maßnahme entspricht der Umsetzung der europäischen Vorgaben der TSI-Noise, damit die Güterwagen ab 2024 auf den „quieter routes“ fahren dürfen. – Weitere Anwendung geltender technischer Normen / Standards in Hinblick auf die Lärmminderung bei der Neubeschaffung von Schienenfahrzeugen im Personen- und Güterverkehr und von Bussen für den Personenverkehr auf der Straße – Umsetzung fahrzeugseitiger Maßnahmen zur Minimierung von Erschütterungen / Vibrationen (Zustand des Rollmaterials, Gewicht / Geschwindigkeit und Zusammensetzung von Zügen …) – Lärmminderung im Bahnbetrieb durch gezielte Schulung und Information von Mitarbeiter:innen für eine lärmmindernde Betriebsführung (Lärmschutzanweisungen für Verschub bzw. Betrieb) Klassische Luftschadstoffe Hinweis: CO 2 -Emissionen werden im Kapitel G.1. Klimaschutz behandelt. Klassische Luftschadstoffe (NO 2 , NO X …) werden bei den ÖBB ähnlich wie Treibhausgasemissionen zu großen Teilen bei Verbrennungsprozessen ausgestoßen. Die Emission erfolgt einerseits im Verkehr (z. ௗ B. Dieseleinsatz im Schienen- / Bus- und innerbetrieblichen Verkehr), andererseits bei stationären Anlagen (Heizanlagen). Staub- und Feinstaubbelastungen bei den ÖBB stammen oft auch aus anderen Quellen – vor allem aus Bau- und Erhaltungsprojekten. Zielsetzungen Luftschadstoffe im Verkehr und aus stationären Quellen weiter verringern und auch Staub- beziehungsweise Feinstaubbelastungen geringhalten. Dabei wird anhand folgender Stoßrichtungen vorgegangen: – Luftschadstoffe im Verkehr: Reduktion von Emissionen aus der Verbrennung (v. a. Stickstoffoxide und Kohlenmonoxid) zum Beispiel durch Motorentechnik (Abgasstandards, Euro-Klassen …) und dem Reifen- und Bremsabrieb (v. a. Staube). Hinweis: Dekarbonisierungsmaßnahmen aus Baustein 1 – Klimaschutz (z. B. Ersatz von Diesel) wirken nicht nur THG- senkend, sondern reduzieren auch entsprechend klassische Luftschadstoffe – Luftschadstoffe aus der stationären Verbrennung (z. B. Ölheizungen) – Staub- bzw. Feinstaubbelastungen durch ÖBB Bau- bzw. Erhaltungsprojekte (in erster Linie Ausbau und Optimierung Schieneninfrastruktur) LB80 |
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