ÖBB Geschäftsbericht 2023
Konzernlagebericht 154 Highlights 2023 Im Jahr 2023 konnten die ÖBB ihre Fahrgastzahlen auf der Schiene um weitere 10% erhöhen (Vgl. 2022). Mit ÖBB 360° und der App wegfinder wird außerdem laufend das regionale Mobilitätsangebot in Gemeinden mittels Postbus Shuttle und Rail & Drive erweitert. Das soll den Weg von der ersten bis zur letzten Meile lückenlos schließen. Von September 2020 bis Ende August 2023 wurden bereits mehr als 80.000 Fahrten mit dem ÖBB 360°-Mobilitätservices in Korneuburg getätigt. Das seit drei Jahren bestehende Mobilitätspaket wurde im Oktober 2023 bis September 2028 verlängert. Seit Anfang Februar 2023 ist zudem die neue Ticketfunktion SimplyGo! in der ÖBB Tickets-App verfügbar. Das neue Feature erkennt die gefahrenen Strecken zwischen Orten innerhalb Österreichs durch GPS-Tracking und ermittelt jeweils am Folgetag den passenden Öffi-Tarif für die zurückgelegte Strecke im Öffentlichen Verkehr. Kund:innen wählen die Funktion SimplyGo! und wischen vor Start und nach Beendigung der Fahrt mit Bahn, Bus, Straßenbahn oder U-Bahn über den Bildschirm und bekommen das an diesem Tag günstigste Ticket für ihre Strecke verrechnet – und das in ganz Österreich. Im Sommer 2023 fanden in Serfaus (Tirol) Testbetriebe für den Einsatz von E-Bussen statt. Diese sind sehr vielversprechend verlaufen. Nun ist eine Umstellung der Verkehre auf alternative Antriebe und eine Inbetriebnahme für Sommer 2024 geplant. Auf der Stadtlinie 504 in Innsbruck hat ebenfalls ein Testbetrieb stattgefunden und auch hier ist 2024 eine Umstellung auf emissionsfreie Fahrzeuge zu erwarten. Die Verbünde schreiben nun peu à peu (kleinere) Verkehre mit alternativen Antrieben aus, z. B. Stadtbus Amstetten, Kristallweltenbus. Bis 2030 fließen rd. 6 Mrd. EUR in neue und moderne Züge. Unter anderem in die Modernisierung von Bestands-Railjets und neue Elektrotriebzüge, die ab 2025 im inneralpinen Verkehr unterwegs sind. Die Railjets der neuen Generation bieten den Reisenden ab Frühjahr 2024 auf der Brennerstrecke (München – Innsbruck – Bozen – Verona) mehr Komfort. Zusätzlich haben die ÖBB heuer bereits mehrere Railjet Doppelstockzüge bestellt, die ab 2026 die Sitzplatzkapazität deutlich erhöhen werden. Auch für die Mobilitätswende im Nahverkehr wird vorgesorgt: zusätzliche Cityjet-Doppelstockzüge sind neu bestellt. Die ersten Züge werden bereits ab 2026 in der Ostregion unterwegs sein. Ein wichtiger Meilenstein zur Dekarbonisierung ist die Bestellung von 16 neuen Akkuzügen, die ab 2028 auf der Kamptalbahn den Dieselverkehr ersetzen werden. Barrierefreier Ausbau von Bahnhöfen Die Neugestaltung von Bahnhöfen und Haltestellen soll für alle Menschen einen barrierefreien und einfachen Zugang zu Bahn und Bus gewährleisten. Aktuell sind 452 der insgesamt 1.031 Bahnhöfe (Personenbahnhöfe) im Netz der ÖBB-Infrastruktur AG in Österreich barrierefrei. Dadurch können rd. 87% aller Reisenden eine barrierefreie Eisenbahninfrastruktur in Österreich nutzen. Im Berichtsjahr 2023 wurden rd. 22 Bahnhöfe modernisiert und / oder komplett neu errichtet bzw. fertiggestellt. Exemplarisch können hier unter anderem angeführt werden: Hard-Fußach (Vbg.), Telfs-Pfaffenhofen (T.), Summerau, Freistadt und Traun (alle OÖ), Ebreichsdorf und Leobendorf-Burg Kreuzenstein (beide NÖ) und im St. Paul im Lavanttal, Wiederndorf-Aich sowie Kühnsdorf-Klopeinersee (alle Ktn.). Barrierefreier Verkehr bedeutet in der Praxis stufenlos erreichbare Verkehrsanlagen und Verkehrsmittel, aber auch barrierefreie Kommunikation und Information. Das Angebot einer barrierefreien Mobilität wird gemäß dem Umsetzungsplan der ÖBB sukzessive erweitert und verbessert. Eine konzernweite Plattform steuert die akkordierte Umsetzung aller Maßnahmen zur Barrierefreiheit auf Basis geltender rechtlicher, technischer, organisatorischer und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Neben dem Aus- und Neubau von barrierefreien Bahnhöfen werden auch barrierefreie Ausstattungselemente fortlaufend verbessert. Dazu zählen beispielsweise Ticketautomaten, absenkbare Verkaufseinrichtungen in den ÖBB Reisezentren sowie die Aufbereitung wichtiger Informationen in einfacher verständlicher Sprache im Zwei-Sinne-Prinzip. Dabei ist es den ÖBB ein großes Anliegen, nicht nur die Kund:innen in den größeren Ballungszentren, sondern auch im ländlichen Raum mit barrierefreier und zeitgemäßer Infrastruktur und attraktiven Mobilitätsangeboten zu erreichen. Die aktive Einbeziehung von Experten:innen, Vertreter:innen von Behindertenorganisationen und weiterer Stakeholder:innen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Besonderes Augenmerk wird dabei oftmals auf Details gelegt. Ziel ist es, eine selbstständige und barrierefreie Benützung von Produkten und Dienstleistungen sicherzustellen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Eine Herausforderung stellt dabei das Datenmanagement im Zusammenhang mit der Bereitstellung multimodaler und barrierefreier Reiseinformationen dar. | LB109
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