ÖBB Geschäftsbericht 2023

Konzernlagebericht 170 Leuchtturmprojekte Im Zuge von Kooperationen / Initiativen erfolgte auch 2023 wieder die gezielte Ansprache von Mädchen, Frauen und Umsteigerinnen. Diversity Council 2023 wurde das Diversity Council gegründet, um Diversity-Themen in alle Regionen und in jedes Bundesland in Österreich zu tragen. Für das Council wurden Diversity Partner:innen von den Teilgesellschaften als Ansprechpartner:innen nominiert. Ihre Council-Arbeit zeigt, dass Interesse und Bedarf an den Services des neuen Lösungscenters Inclusion & Diversity insbesondere bei den Mitarbeiter:innen in den Regionen hoch ist. Nach dem ersten Treffen wurden die Ansprechpartner:innen geschult und haben anschließend ihre Arbeit aufgenommen. Kampagne „Du bist unser Potenzial.“ „Du bist unser Potenzial.“ ist eine interne Sensibilisierungsinitiative. Sie soll die Sichtbarkeit von Mitarbeiter:innen mit sichtbaren und unsichtbaren Behinderungen (z. B. chronischen Erkrankungen) erhöhen und Awareness bei Führungskräften wie Mitarbeiter:innen schaffen. Mit dieser Initiative wird die Partizipation erleichtert und Barrieren abgebaut. Ziel der Kampagne ist zudem die Anhebung des Anteils der Mitarbeiter:innen mit Behinderungen (Behinderungsgrad von größer gleich 50%) von 2,7% (ÖBB Inland) auf 4% wie es in der ÖBB Diversity Charta 2026 festgelegt ist. Zudem zielt die Kampagne auf eine höhere Mitarbeiter:innenzufriedenheit ab. Durch sie soll erleichtert werden, offen über Behinderungen und chronische Erkrankungen zu sprechen und ein barriere-armes Arbeitsumfeld zu schaffen. Die Kommunikation erfolgt über Newsbeiträge, Postings auf Viva Engage, Screens und Veranstaltungen. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam das neue Netzwerk bei Mitarbeiter:innen mit Behinderungen. Das neue Diversity Council, das sich aus Mitarbeiter:innen der verschiedenen Regionen zusammensetzt, gewährleistet das Knowledge- Sharing in der Fläche. Inklusion Ein weiteres strategisches Ziel ist die kontinuierliche Erhöhung der Anzahl an Mitarbeiter:innen mit begünstigter Behinderung. Die Implementierung eines Disability-Managements in der ÖBB-Holding AG markierte einen grundlegenden Schritt zur erfolgreichen Umsetzung des Programms „Mitarbeiter:innen mit Behinderungen“. Damit gehen Disability- Awareness-Schulungen für Führungskräfte und Mitarbeiter:innen sowie Schulungen zur barrierefreien Kommunikation einher. Im ÖBB-Konzern haben derzeit 662 Mitarbeiter:innen gesundheitsbedingte Einschränkungen, deren Grad der Behinderung bei über 50% liegt. Ihnen stehen ein:e Spezialist:in für Disability-Management und Barrierefreiheit am Arbeitsplatz sowie die Konzernbehindertenvertrauenspersonen persönlich zur Seite. Der praxisbezogene Wissenstransfer erfolgt seit 2022 durch Webinare zu Themen wie „Barrierefreies Recruiting“, „Inklusionsmanagement“ und „Barrierefreie Kommunikation“. Das E-Learning Disability Management stellt eine Mindestqualifizierung bei Führungskräften und Mitarbeiter:innen sicher. Zudem wurden 2023 weitere Qualifizierungsangebote in den ÖBB Bildungskatalog aufgenommen. Die in der Charta der Inklusion festgelegten weiteren Schritte wurden umgesetzt. Am 03.12.2021 wurde der Aktionsplan 2026 präsentiert. Er fixiert die Umsetzung von Maßnahmen zur Anhebung des Anteils der Mitarbeiter:innen mit Behinderungen im Konzern Inland. Zu den grundlegenden Maßnahmen zählen die Checkliste „Inklusiver Arbeitsplatz“ zur Evaluierung der barrierefreien und diversitätssensiblen Arbeitsplätze – oder die Kooperation mit der myability-jobbörse. Diese Maßnahmen sollen helfen, dass sich möglichst viele Menschen mit begünstigter Behinderung für geeignete Jobs bewerben. 2022 / 2023 wurden Standortbegehungen in ausgewählten Bahnbistros und in der Lassallestraße durchgeführt. Die Ergebnisse wurden digital erfasst und Maßnahmen zur Verbesserung der Barrierefreiheit am Arbeitsplatz abgeleitet. Ebenfalls 2023 wurde eine Kooperation mit Specialisterne Austria eingegangen. Mit ihrer Unterstützung will man Menschen im neurodivergenten Spektrum für den ÖBB-Konzern gewinnen und in ihrer Einarbeitungszeit begleiten. Zudem wurde mit NEBA (Netzwerk Berufliche Assistenz) ein weiterer Kooperationspartner gefunden, um Menschen mit Behinderungen für die ÖBB anzuwerben und beim Onboarding ins Unternehmen zu begleiten. Als inklusiver Mobilitätsdienstleister stehen die ÖBB im regelmäßigen Austausch mit Vertreter:innen von Behindertenorganisationen und Politik zum Thema „Barrierefreiheit und barrierefreies Reisen“. Mit ihnen diskutieren sie aktuelle Projekte, Bedürfnisse und Lösungsansätze. Unter anderem hat auch im September 2023 in der ÖBB Unternehmenszentrale eine Dialogveranstaltung dazu stattgefunden. Das Topmanagement hat mit Vertreter:innen aus Politik, dem Österreichischen Behindertenrat (ÖBR) und der Behindertenanwaltschaft über Mobilitätsbedürfnisse und den aktuellen Stand beim barrierefreien Reisen mit den ÖBB diskutiert. | LB125

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