ÖBB Geschäftsbericht 2023

Konzernlagebericht 184 ÖBB Betriebsrat Im ÖBB-Konzern gibt es seit 2004 einen Konzernbetriebsrat, welcher derzeit alle fünf Jahre neu konstituiert wird. Die Konzernvertretung bündelt die Kompetenzen aller Betriebsratskörperschaften des ÖBB-Konzerns und vertritt auf Konzernebene die gemeinsamen Interessen der Beschäftigten. Sie erarbeitet Positionen und Strategien und entwickelt Lösungsansätze für konzernweite Herausforderungen der Betriebsratsarbeit. Der Konzernbetriebsrat ist Ansprechpartner für alle relevanten Belange von Arbeitnehmer:innen gegenüber der Konzernleitung. Stellvertretend für die Betriebsrats- körperschaften verhandelt der Konzernbetriebsrat im Rahmen des Arbeitsverfassungsgesetzes gesellschaftsübergreifende Themen mit der Konzernleitung. Darüber hinaus wirkt die Konzernvertretung durch ihre Tätigkeit in verschiedenen Funktionen der Gewerkschaftsbewegung und der Politik aktiv an allen für Arbeitnehmer:innen relevanten Fragen mit. Zusätzlich dazu gibt es für den ÖBB-Konzern seit 2011 eine Vereinbarung zwischen dem Vorstand der ÖBB-Holding AG und dem Konzernbetriebsrat zur Einrichtung eines Europäischen Betriebsrates (EBR) nach der EU Richtline 2009/38/EG und dem Einsatz einer Geschäftsstelle zum EBR. Mitarbeiter:innenbefragung 2023 (MAB) Die Mitarbeiter:innenbefragung gibt der Unternehmensleitung und den Führungskräften wertvolles Feedback über die Identifikation der Belegschaft mit dem Unternehmen, der Arbeitszufriedenheit und den Auswirkungen der Arbeitsbelastungen. Sie ist somit ein unerlässliches Element für die Verbesserung der Führungsqualität und der Mitarbeiter:innenbindung und somit für den Erfolg des Unternehmens. Die Befragung findet im Schnitt alle zwei Jahre statt. Vom 2. bis 22. Oktober 2023 wurden alle Mitarbeiter:innen und Lehrlinge im ÖBB-Konzern eingeladen, an der Befragung teilzunehmen. Als Zielwert für die Beteiligung wurden 60% festgesetzt. Dieser Wert konnte mit 63 % Teilnahmequote sogar noch übertroffen werden. Die Antworten auf die Fragen werden zu drei wichtigen Themen zusammengefasst: – Identifikation: Die ÖBB möchte sich als attraktiver Arbeitgeber positionieren – für den man gerne arbeitet und mit dessen Werten, Handeln und Tun sich die Mitarbeiter:innen identifizieren. – Arbeitszufriedenheit: Ohne zufriedene Mitarbeiter:innen gibt es kein erfolgreiches Unternehmen. Nach wie vor ist es oberstes Ziel der ÖBB, die Zufriedenheit bei der Arbeit langfristig und nachhaltig zu steigern. – Arbeitsfähigkeit: Ziel ist es, die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit sowie die Leistungsfähigkeit und Produktivität der ÖBB Mitarbeiter:innen ௗ im täglichen Arbeitsprozess positiv zu beeinflussen. Dazu ist es notwendig zu messen, wie stark sich Ressourcen und Belastungen auf das Arbeitsvermögen der Mitarbeiter:innen auswirken. Im Vergleich zur letzten Befragung (2021) konnten annähernd dieselben Ergebnisse im Bereich „Identifikation“ erreicht werden. 2018 lag der Wert bei 69 Indexpunkten, 2021 bei 73 Indexpunkten und 2023 schließlich bei 71 Indexpunkten. 71 Punkte wurden beim Thema „Arbeitszufriedenheit“ erreicht. Nach einem Höchststand 2021 mit 72 Punkten liegt der Wert damit 3 Punkte über dem Ergebnis von 2018. Seit 2021 rückt zudem auch die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter:innen in den Mittelpunkt. Im Vergleich zum Pandemiejahr 2021 sank diese um einen Indexpunkt auf 75. Diese Ergebnisse der Mitarbeiter:innenbefragung helfen den ÖBB dabei, im kommenden Jahr Maßnahmen zu entwickeln und so die Ergebnisse zu verbessern oder sie auf dem hohen Niveau halten zu können. HR-IT-Transformation – Recruiting und Talentmanagement 2023 wurde mit dem Programm HR-IT-Transformation (H-IT-T) ein mehrjähriges Vorhaben initiiert, um den Weg zu einem modernen, schnellen HR-Management mit effizienten Prozessen und digitalen Lösungen voranzutreiben. Das Ziel ist Bewerber:innen die Möglichkeit einer möglichst niederschwelligen Kontaktaufnahme und punktgenauen Bewerbung zu bieten – z. B. automatische Vorschläge geeigneter Stellen anhand der Bewerberinnen:profile. Auch die Recruiter:innen sollen in ihrer täglichen Arbeit besser unterstützt werden. Ziel ist es, die erhöhte Quantität der Bewerbungsgespräche bei gesteigerter Qualität durch mehr Zeit für wertschöpfende Tätigkeiten besser handzuhaben. Das soll die Bearbeitungs- bzw. Durchlaufzeiten im Sinne eines zügigen und effizienten Bewerbungsprozesses weiter reduzieren. Mit einer völligen Neuausrichtung der HR-IT Lösungen zum Talentmanagement werden zukunftsweisende, systemgestützte HR-Fähigkeiten, wie Sourcing, moderne Lernformen oder Nachfolgeplanung, in den Konzern geholt. Sie werden in durchgängige Workflows entlang des gesamten Employee-Lifecycles implementiert (End-to-End-Lösungen). Teil dieser Neuausrichtung ist auch der Aufbau einer konzernweiten Talentmanagement Prozesslandschaft inklusive entsprechender Standards und Governance – unter Berücksichtigung von Kompetenzmodellen, Performance Management Tools und PE-Instrumenten. | LB139

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