ÖBB Geschäftsbericht 2023

17 Verlässlich in die Zukunft deren technische Weiterentwicklung übernehmen die rund 4.000 Mitarbeiter:innen an den österreichweit 25 Standorten der ÖBB-Train Tech. Die große Heraus- forderung ist die Erfüllung des zunehmenden Bedarfs bei so wenig Einschränkungen wie möglich für den laufenden Betrieb. Weiter ausgebaut werden soll dazu die sogenannte Stilllagewartung, die in den Fahrplan- pausen der Fahrzeuge passiert. Auf diese Weise kann auch die Zahl der Reservefahrzeuge reduziert werden. Zusätzlich wird bei neuen Fahrzeugflotten, wie etwa den Railjets und Nightjets der neuen Generation oder den neuen Doppelstockzügen, die Revisions- arbeit so in Module aufgeteilt, dass diese in einem Wartungsfenster von zumindest acht Stunden erledigt werden kann. Verstärkt wird auch die „zustands- orientierte Wartung“ (Condition-based Maintenance), bei der die ÖBB-Train Tech Daten und Informationen „live“ aus dem Fahrzeug oder von der Strecke erhält, um auf einen vorhandenen oder sich ankündigenden Schaden vor- bereitet zu sein. 3D-Druck und die Aufarbeitung zahlreicher Fahrzeugkomponenten im eigenen Haus machen die ÖBB-Train Tech unabhängiger von Lieferketten und gewährleisten die Zuverlässigkeit älterer Fahrzeuge. Information: Qualitätsschlüssel zum Erfolg Mindestens so wichtig wie die Qualität des Wagenmaterials ist die Kund:inneninformation. Ziel ist es dabei zum einen, den Zugang zum öffentlichen Mobilitätsangebot so einfach wie möglich zu gestalten, und zum anderen, Fahrgästen die Infor- mationen zu liefern, die sie je nach Situation tatsächlich benötigen oder wünschen. Als Medium übernimmt das Smartphone dabei eine zentrale Rolle. Mit verschiedenen Apps für unterschiedliche Bedürfnisse kann den individuellen Ansprüchen der Kund:innen am besten Rechnung getragen werden. Künftig können Reisende, die sich dafür registriert ha- ben, mittels Geotracking auch unterwegs noch aktueller, bedarfsorientierter und zielgenauer auf dem Laufenden gehalten werden. Ebenso wichtig sind aber auch die Infor- mationsangebote vor Ort in den Bahnhöfen, auf den Bahnsteigen sowie in den Bussen und Zügen, die laufend ausgebaut und weiterentwi- ckelt werden. So geben LED-Bahnsteiganzeiger Auskunft darüber, ob man auf dem richtigen Bahnsteig steht und ob der Zug pünktlich ist, Abfahrtsmonitore zeigen mit farblichen Indikatoren an, wie viel Zeit noch bis zur Abfahrt verbleibt, und elektronische Wagenreihungsanzeiger helfen bei der Orientierung, wo welcher Wagen halten wird. Verstärkt sollen auch digitale Info- Stelen zum Einsatz kommen, an denen alle wesentlichen Informationen zu den Zugverbindungen und zum Bahnhof zentral abrufbar sind. Aktuelle und wichtige Informatio- nen werden über Lautsprecher durch- gesagt, um vor allem jene Menschen zu informieren, die visuelle Informationen schlecht oder gar nicht wahrnehmen können. Drei verschiedene Gongs unter- scheiden dabei zwischen Standardinfor- mationen, allgemeinen Informationen wie Baustellen und Sonderinformationen wie Störungen. In Zukunft wird auch künstliche Intelligenz die Qualität der Infor- mation so verbessern, dass Kund:innen individuell die Hinweise erhalten, die ihnen weiterhelfen. < ÖBB-Train Tech: technisches Rück- grat der ÖBB Flotte Die ÖBB-Technische Services (ÖBB-Train Tech) mit ihren rund 4.000 Mitarbeiter:innen an österreichweit 25 Standorten ver- antwortet die Reparatur und die Wartung des rollenden Materials der ÖBB. Wartun- gen in Fahrplanpausen, Revisions- arbeiten in Modulen und „Live“- Daten aus dem Fahrzeug oder von der Strecke sowie 3D-Druck und die eigene Aufarbeitung von Komponenten dienen der Quali- tätssicherung bei steigen- dem Bedarf. ELEKTROANTRIEB. Die neuen Akkutriebzüge sowie die nächste Generation der Postbusse MEHR dazu im L agebe richt au f Seite LB39, LB83, LB93 , LB1 08, LB113

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