ÖBB Geschäftsbericht 2023
283 Konzern- abschluss 29.2.a. Zinsrisiko Risiken aus Zinssatzänderungen stellen Risiken für die Ertragskraft und den Wert des ÖBB-Konzerns dar und können in folgenden Erscheinungsformen auftreten: – Zinszahlungsrisiko (erhöhter Zinsaufwand aufgrund der Marktentwicklung) – Barwertrisiko (Wertänderung des Portfolios) Risiken aus Marktzinsänderungen können das Finanzergebnis des ÖBB-Konzerns aufgrund der gegebenen Bilanzstruktur beeinflussen. Es gilt daher, mögliche Marktzinsschwankungen über ein bestimmtes Niveau hinaus zum Beispiel mit dem Einsatz derivativer Finanzinstrumente einzuschränken, um deren Einfluss auf die Ergebnisentwicklung gering zu halten. Der Abschluss geeigneter derivativer Finanzinstrumente zum Management von Zinsrisiken (Zinsswaps) basiert auf Portfolioanalysen und -empfehlungen seitens der ÖBB-Holding AG und entsprechenden Entscheidungen der Tochterunternehmen. Der ÖBB-Konzern unterliegt Zinsrisiken hauptsächlich in der Eurozone. Unter Berücksichtigung der gegebenen Schuldenstruktur werden bei Bedarf Zinsderivate eingesetzt, um die Risikostrategie möglichst effizient umzusetzen. Finanzinstrumente (kurz- und langfristig) fixverzinsliche Finanzinstrumente variabel verzinsliche Finanzinstrumente 31.12.2023 in Mio. EUR in Mio. EUR Finanzielle Vermögenswerte 241,8 4,2 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,7 4,5 Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 0,9 0,0 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 512,4 57,1 Gesamt 756,8 65,8 Finanzverbindlichkeiten 32.214,8 229,6 davon gegenüber Bund (OeBFA) 16.313,1 0,0 Gesamt 32.214,8 229,6 Finanzinstrumente (kurz- und langfristig) fixverzinsliche Finanzinstrumente variabel verzinsliche Finanzinstrumente 31.12.2022 in Mio. EUR in Mio. EUR Finanzielle Vermögenswerte 167,0 13,5 Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 1,0 4,5 Sonstige Forderungen und Vermögenswerte 0,9 0,0 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 152,1 31,0 Gesamt 321,0 49,0 Finanzverbindlichkeiten 28.959,5 296,5 davon gegenüber Bund (OeBFA) 11.916,4 0,0 Gesamt 28.959,5 296,5 Die Grundgeschäfte wurden unter Bedachtnahme auf die abgeschlossenen Derivate (Sicherungsinstrumente) als fix oder variabel verzinste Finanzinstrumente klassifiziert. Weltweit wird eine grundlegende Reform der wichtigsten Referenzzinssätze vorgenommen, einschließlich des Ersatzes einiger „Interbank Offered Rates” (IBORs) durch alternative, nahezu risikofreie Zinssätze (als „IBOR-Reform“ bezeichnet). Es besteht Ungewissheit über den Zeitpunkt und die Methoden des Übergangs. Der EURIBOR ist weiterhin uneingeschränkt als Referenzzins verwendbar. Dies ermöglicht es den Marktteilnehmern, den EURIBOR weiterhin für bestehende Verträge zu verwenden. Der ÖBB-Konzern geht davon aus, dass der EURIBOR auf absehbare Zeit (zumindest bis 2025) als Referenzzinssatz bestehen bleiben wird. Keiner der aktuellen an EURIBOR-gebundenen Kreditverträge des Konzerns enthält angemessene und robuste Rückfallklauseln für eine Einstellung des Referenzzinssatzes. Verschiedene Industriegruppen arbeiten an entsprechenden Rückfallklauseln für unterschiedliche Instrumente und EURIBORs, die der Konzern gegebenenfalls umsetzen wird. Der Konzern hat den Markt und die Ergebnisse der verschiedenen Industriearbeitsgruppen, die den Übergang zu den neuen Referenzzinssätzen steuern, genau beobachtet. Dies schließt Ankündigungen der zuständigen Aufsichtsbehörden ein. Als Reaktion werden laufende Abstimmungen mit den Geschäftsbanken, Gespräche mit den SAP-Berater:innen bezüglich Abbildung der Rückfallklauseln sowie ein Austausch mit der Treasury-Interessensgemeinschaft vorgenommen.
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