ÖBB Geschäftsbericht 2023
31 Verlässlich in die Zukunft Haben die ÖBB deshalb 2024 zum Qualitätsjahr ausgerufen? MATTHÄ: Ja, wir wollen wieder zurück auf unser gewohntes Qualitätsniveau. Dafür ist eine gemeinsame Kraftanstrengung in allen Bereichen notwendig. Was ist geplant? Wie will man den Herausforderungen begegnen? Wie kann man solchen Entwicklungen in Zukunft vorbeugen und was sagen Sie Ihren Fahrgästen? MANUELA WALDNER: Das ist jetzt für mich der richtige Moment, mich erstmals ins Gespräch einzuschalten. Ich bin nun seit et- was mehr als einem halben Jahr voll mit dabei und wir arbeiten an der Holdingspitze gemeinsam daran, die nicht ganz ein- fache Situation zu bewältigen. Wie es Andreas Matthä bereits angesprochen hat, betreffen die Probleme mehrere Bereiche des Unternehmens. Unser Job war und ist es, alle Prozesse zu prüfen: vom Einkauf über die Wartung der Infrastruktur bis hin zum Service des Wagenmaterials. MATTHÄ: Für uns ist es von entscheiden- der Bedeutung, dass wir das gesamte Unternehmen auf weiter steigende Leis- tungsausweitung vorbereiten. Denn wir wollen – Stichwort Verkehrswende – die Leistungsfähigkeit des Bahnsystems bis 2040 verdoppeln. Darauf müssen wir die ÖBB insgesamt ausrichten. Fehler können passieren. Aber oft fühlen sich die Reisenden in Momenten, in denen etwas nicht klappt, alleine gelassen. Thema „Kund:inneninformation“. Wie läuft es in diesem Bereich und was soll verbessert werden? WALDNER: Das ist tatsächlich einer unserer Schwachpunkte. Wenn etwas beim Zugfahren nicht wie geplant funk- tioniert, dann hängen unsere Kund:innen informationsmäßig des Öfteren in der Luft. Ein bisschen weg von den Problemen hin zu den positiven Entwicklungen im Unternehmen. Letztes Jahr wurde der erste neue Nightjet in Betrieb gestellt oder wie die Eisen- bahner:innen so schön sagen: „eingeflottet“. MATTHÄ: Der neue Nightjet ist in puncto Ausstattung und Qualität absolut auf der Höhe der Zeit. Die Premierenfahrt war daher eines der Highlights des letzten Jahres und einer der Momente, von denen wir unseren Kund:innen zuletzt gerne mehr geboten hätten. Und wann dürfen sich die Fahrgäste über weitere neue Züge freuen? MATTHÄ: Mit Beginn des 2. Quartals sind endlich die ersten neuen Railjets für die Brennerstrecke gekommen, auf die wir schon seit zwei Jahren warten. Mit der Einflottung dieser Rail- jets kommen die Züge, mit denen wir die Lücke im Brennerver- kehr vorübergehend gefüllt haben, wieder zurück in den Süden beziehungsweise in die Ostregion. WALDNER: Aktuell haben wir rund 330 neue Züge bestellt, die alle nach und nach im Anrollen sind. Für die neuen Nightjets, für neue Railjets, die auf der Brennerstrecke unterwegs sein werden, für neue Fahrzeuge, welche im inneralpinen Verkehr ab 2025 zum Einsatz kommen, und für neue Doppelstockzüge ab 2026 investieren wir insgesamt mehr als sechs Millarden Euro. Mit einer Kapazitätssteigerung von rund 50 Prozent bis > Railjet rollt an – Zeit für ein Gespräch mit dem neu formierten Vorstand der ÖBB-Holding AG »Mit einer Kapazitätssteigerung von rund 50 Prozent bis 2030 allein im Fernverkehr sehen wir uns für die Zukunft gut gerüstet.« MANUELA WALDNER
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