ÖBB Geschäftsbericht 2023

Konzernlagebericht 92 „Effizientes und modernes Personalmanagement” zielt auf standardisierte, effiziente Prozesse mit klar definierten Verantwortlichkeiten ab, samt einer konzernweiten gesamtheitlichen HR-IT-Systemlandschaft. „Learning und Development” fokussiert auf eine zielgerichtete und nachhaltige Entwicklung der Mitarbeiter:innen mit State-of-the-Art-Lernkonzepten und innovativen Methoden sowie Systemen. „Kultur und Diversität” beinhaltet die Nutzung der Diversitätskompetenz bei der Lösung von Herausforderungen. Gemeint sind damit die Sicherung und Stärkung der Arbeitsfähigkeit und Gesundheit unserer Mitarbeiter:innen sowie die Förderung einer offenen, wertschätzenden und lösungsorientierten Kultur der Zusammenarbeit. „Starke Arbeitgebermarke” beinhaltet die Gestaltung attraktiver und zeitgemäßer Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen (Teilzeit, Jobsharing, Homeoffice etc.) entlang der Lebensphasen einerseits. Andererseits meint „Starke Arbeitgebermarke” die Positionierung als Arbeitgeber mit vielfältigen Weiterentwicklungsmöglichkeiten, Jobs mit Sinn und verlässlichem und sicherem Umfeld sowie Platz für Vielfalt. HR-Organisation Unter dem Programm „HR 2025” wurde der Anstoß für einen mehrjährigen Transformationsprozess gegeben. Wesentliche Zielsetzung war die Neuausrichtung von ÖBB HR nach dem Business-Partner:innen-Modell. Nach intensiver Arbeit auf inhaltlicher, prozessualer sowie organisatorischer Ebene konnte 2023 die konzernweite Bündelung von HR-Leistungen erfolgreich abgeschlossen werden. Die Arbeit erfolgte in den Fachbereichen Recruiting und Employer-Branding, Personalentwicklung, Kultur und Führung, Arbeitsfähigkeit und Gesundheit, Inclusion and Diverstiy sowie Normen und Arbeitsrecht. HR-IT-Transformation (HR-IT-T) 2023 wurde mit dem Programm HR-IT-Transformation (HR-IT-T) ein mehrjähriges Vorhaben initiiert, um den Weg zu einem modernen, schnellen HR-Management mit effizienten Prozessen und digitalen Lösungen voranzutreiben. Mit einer völligen Neuausrichtung der HR-IT-Lösungen zum Talentmanagement werden zukunftsweisende, systemgestützte HR-Fähigkeiten implementiert (End-to-End-Lösungen). Themen wie „Sourcing”, „Moderne Lernformen” oder „Nachfolgeplanung” wurden in den Konzern geholt und durchgängige Workflows entlang des gesamten Employee- Lifecycles aufgesetzt. Dadurch können papiergestützte Arbeiten abgelöst, Prozesse beschleunigt, eine durchgängige Datenbasis zur Verfügung gestellt und eine vollintegrierte HR-IT-Systemlandschaft bereitgestellt werden. Durch die Orientierung am Industriestandard, die Verschlankung von HR-Prozessen und den Fokus auf State-of-the-Art- Lösungen ist die Transformation ein wesentlicher Hebel für ein effizientes Personalmanagement und liefert einen großen Beitrag zur Positionierung als attraktive Arbeitgeberin am Arbeitsmarkt. Mit Jänner 2023 ist das betriebliche Gesundheitsmanagement im neuen Servicedesign gestartet – als Inhouse-Berater für die Themen „Arbeitsfähigkeit” und „Gesundheit”. Dem ist ab Juni 2022 eine Bündelung des Themas in der ÖBB-Business Center GmbH vorangegangen. Damit einhergegangen ist die österreichweite Festlegung von regionalen Gesundheitsberater:innen im Rahmen eines One-Face-to-Customer-Prinzips. Damit verfügen alle Führungskräfte des ÖBB- Konzerns im Inland über eine direkte Ansprechperson zu diesen Themen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Führungskräfte dabei zu unterstützen die Arbeitsfähigkeit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter:innen im Rahmen der Fürsorgepflicht zu fördern und sicherzustellen. Eine Fokussierung liegt hierbei auf verhältnisorientierten Maßnahmen, um Mensch, Technik und Organisation, insbesondere in einem dynamischen Arbeitsumfeld, in Einklang zu bringen. Die fachliche Beratung erfolgt über ein multiprofessionelles Team aus den Bereichen Arbeitsmedizin, Psychologie, Ergonomie, Gesundheitsförderung und Data-Science. Die gesetzten Maßnahmen und Erfolge werden in einem aktiven Portfoliomanagement verortet. HR-European-and-Labour-Relations 2023 kam es im Sektoralen Sozialen Dialog Eisenbahn zum Abschluss eines neuen zweijährigen Arbeitsprogrammes. Dieses wurde zwischen der Gemeinschaft der Europäischen Bahnen und Infrastrukturgesellschaften (CER) für die Arbeitgeber:innen sowie der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) für die Arbeitnehmer:innen abgeschlossen. Im Fokus stehen unter anderem die weitere Bearbeitung und Implementierung von Aktivitäten rund um die gemeinsame Erklärung zur Anhebung des Frauenanteils, Women in Rail, sowie die „Train Driver Directive”. STAFFER bietet den Rahmen für einen europaweiten „Blueprint”. STAFFER ist ein Projekt im Rahmen der EU-Finanzierung von „Sector Skill Alliances” 2020. Es ist mit rd. 4,0 Mio. EUR eines der größten von der Europäischen Kommission finanzierten Projekte für Qualifikationsallianzen. Es umfasst 31 Vollpartnern und 14 assoziierte Partner aus 13 Ländern. Grundsätzliches Ziel des Projekts ist es, für den gesamten Eisenbahnsektor geeignete Ausbildungs- und Schulungswege sowie Lehrpläne zu entwickeln und zu validieren. Das soll die Beschäftigungsfähigkeit und die Karrierechancen in diesem Sektor effektiv erhöhen. Ausgangspunkt dafür ist die Ermittlung des aktuellen und zukünftigen Qualifikations- und Kompetenzbedarfs. Dementsprechend werden europaweite Mobilitätsprogramme und arbeitsbasierte Praktika für Student:innen, Auszubildende und Mitarbeitende durchgeführt. Das Projekt wurde am 01.11.2020 gestartet und hat eine Laufzeit von 48 Monaten (bis 31.10.2024). Aktuell gilt es, zum einen die geeigneten Maßnahmen aus den Evaluierungen abzuleiten und zum anderen in Kooperationen konkrete Lehr- und Bildungsangebote passend zu den identifizierten Berufsprofilen zu schaffen. | LB47

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