ÖBB Geschäftsbericht 2023

95 Konzern- lagebericht Interkulturelle Kompetenz Die ÖBB stehen vor einem Generationenwandel im Unternehmen und auch Österreich befindet sich inmitten einer soziodemografischen Bevölkerungsentwicklung. In diesem Kontext ist die Erschließung des Arbeitskräftepotenzials mit multikulturellem Hintergrund eine zentrale Herausforderung und ein ökonomisches Ziel. Das gilt gleichermaßen für die Zusammensetzung der Belegschaft wie für die Bearbeitung des Mobilitätsmarktes. Die Erhöhung der interkulturellen Fitness erfolgt auf unterschiedlichen Ebenen. Dazu zählen Trainings zum Thema interkulturelle Zusammenarbeit, Kooperationen wie z. B. mit der Volkshilfe, dem Österreichischen Integrationsfonds, aber auch interne Diskussions- veranstaltungen zur kulturellen Vielfalt im Konzern. Besonders erwähnenswert ist auch die Lehrausbildung von geflüchteten unbegleiteten Jugendlichen mit Asylstatus. Diese Initiative wird bereits seit 2012 mit dem Verein Lobby.16 und seit 2016 auch mit Unterstützung des AMS vorangetrieben. Dabei wird der Fokus auch auf weibliche Jugendliche mit Asylstatus gelegt. Auch im Zuge des Internationalen Tages gegen Rassismus wurde die interkulturelle Kompetenz anhand eines Workshops mit den Jugendvertrauenspersonen zum Thema „Antirassismus und Zivilcourage” thematisiert. Hierbei ging es darum den Jugendvertrauensräten und Lehrlingen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihre Stimme gegen Rassismus erheben. Aktives Community-Building Mitarbeiter:innen und Reisende aus unterschiedlichen Kulturen sind für die ÖBB eine große Bereicherung. Die Auseinandersetzung unter den Reisenden und mit dem Personal der ÖBB sind die Motivation das Programm „Sicher & Respektvoll – Gemeinsam unterwegs” zu starten. Mit diesem Programm tritt man mit Gatekeeper:innen in den einzelnen Communitys in Austausch und fördert den Dialog. Im Jahr 2023 lag der Fokus auf „Black Community”. Beteiligt sind über 3.700 Kolleg:innen aus 95 Ländern, die im ÖBB-Konzern arbeiten – Tendenz steigend. Diese Vielfalt an Kulturen und Sprachen soll aktiv genutzt werden. Die Sprachlernbörse ermöglicht es, Sprachlernpartner:innen zu finden und mit diesen in der Freizeit selbstständig einen kostenfreien Sprachaustausch (Tandem) zu organisieren. Performancemanagement – Führungskompetenz Führungsverhalten und Führungskultur sind mehr denn je entscheidende Parameter, um die ÖBB weiterzuentwickeln und den gemeinsamen Erfolg zu sichern. Führungsarbeit in den ÖBB orientiert sich an den ÖBB Werten, aber vor allem an den ÖBB Führungsgrundsätzen. Diese sind die Leitplanken der Führungsarbeit und geben Orientierung, damit Führung konzernweit im Einklang gelebt wird. Im folgenden Abschnitt möchten wir die wichtigsten Instrumente und Maßnahmen zur Sicherung und Stärkung der Führungskompetenz erläutern. Gemessen wird die Führungsarbeit anhand eines Leadership-Assessments in Form eines 360°-Führungsfeedbacks. Zuletzt erhielten 2021 alle teilnehmenden Führungskräfte mit diesem Instrument eine Rückmeldung zum eigenen Führungsverhalten. Das Feedback wurde aus einem Rundumblick erarbeitet und in Form eines Ergebnisberichts zusammengefasst. Jede Führungskraft bekam das Angebot eines Coachings bzw. eine Ergebnisinterpretation mit einem Coach. Im Anschluss an das 360°-Führungsfeedback wurden 2022 Entwicklungskonferenzen in allen Organisationseinheiten und Berichtsebenen durchgeführt. Am 07.03.2023 fand die erste ÖBB-weite Top-Entwicklungskonferenz statt. Teilnehmer:innen dieser Top-Entwicklungskonferenz waren CEO Andreas Matthä, Leiterin Strategisches HR-Management Martina Hacker sowie die Personalvorstandsmitglieder und Personalleiter:innen der Teilkonzerngesellschaften. Jede Teilkonzerngesellschaft präsentierte jene Führungskräfte, die als herausragende Talente, starke Talente mit Potenzial bzw. zukünftige Talente in den Assessments identifiziert worden waren. Ziele der TOP- Entwicklungskonferenz waren: – Konzernweite Transparenz über herausragende Führungstalente – Sichtbarmachen von Talenten in der ÖBB in Form eines Talentepools – Förderung der Personen durch gezielte PE-Maßnahmen (Potenzialanalyse, Coaching, Job-Rotation) Die Gesamtauswertung aus den Leadership-Assessments sowie die Bedarfserhebung in allen Teilkonzerngesellschaften war die Basis für die Konzeption eines umfangreichen Führungsentwicklungsprogramms für die ÖBB. In der zweiten Jahreshälfte erfolgte die Ausschreibung von 26 Führungskräfte-Trainingsthemen durch das ÖBB-Business Competence Center. Das Programm beinhaltet gleichermaßen passende Weiterbildungsangebote für erfahrene wie für neue Führungskräfte. Es verfolgt generell das Ziel, dass die Teilnehmer:innen mehr Handlungssicherheit gewinnen, ihr Führungsverhalten weiterentwickeln und den Herausforderungen der neuen Arbeitswelt gewachsen sind. Der Programmstart ist für 2024 geplant. Die im Herbst 2022 gestarteten Führungsimpulse wurden 2023 weitergeführt und stellen aufgrund der sehr positiven Rückmeldungen weiterhin einen wesentlichen Eckpfeiler der ÖBB Führungskräfteentwicklung dar. Alle Angebote werden konzernweit und konzernübergreifend durchgeführt. LB50 |

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