Nachhaltigkeitsbericht 2021
ÖBB Nachhaltigkeitsbericht 2021 112 F ür viele Frauen stellt sich irgend- wann die Frage: Kind oder Karri- ere? Der Vorteil für das Unterneh- men: Die Kombination unterschiedlicher Erfahrungen, Fähigkeiten und Ressourcen führt zu besseren Ergebnissen. Der Vorteil für die Manager:innen: mehr Flexibili- tät und Vereinbarkeit von Familie und Karriere. Im Interview erzählen die beiden TopSharing-Pionierinnen Daniela Lehen- bauer und Anna Wolowski aus der RCG- Abteilung Marketing & Communications von ihren Erfahrungen. Wie hat es sich ergeben, dass ihr dieses Arbeitszeitmodell bei der ÖBB umsetzen konntet? ANNA: Ich war schon einige Jahre im Mar- ketingteam und sozusagen Expertin für alles, was mit Grafik- und Videoprodukti- onen für unsere Mediakanäle zu tun hat. Daniela kam dann letztes Jahr auf mich zu und hat mich gefragt, ob ich mir vor- stellen könnte, mit ihr im „TopSharing“- Modell zusammenzuarbeiten. Ich hatte natürlich großen Respekt vor der neuen Rolle. Aber durch die astreine Übergabe von Daniela und die große Unterstützung innerhalb der RCG, vor allem von den VDs, dem Management und unserem Team, hat alles super geklappt. DANIELA: Ich wusste, dass ich nach dem Mutterschutz sofort wieder einsteigen wollte – und hatte da jemanden mit gro- ßem Potenzial in meinem Team, der für mein Vorhaben die beste Partnerin war. Also habe ich Anna gefragt. Mir ist das Thema interne Führungskräfteentwick- lung generell sehr wichtig und ich finde, man sollte als Managerin eines Teams immer schauen, wie man die Stärken der Mitarbeiter:innen fördern kann, das Beste aus ihnen herausholt. Was Anna angeht: Ich finde, sie ist in den letzten Monaten wahnsinnig gewachsen und es ist schön, das zu sehen. Beim klassischen TopSharing-Modell arbeiten beide jeweils 20 Stunden. Wie habt ihr euch das aufgeteilt? ANNA: Bei uns sieht es etwas anders aus. Für vier Monate, als Daniela im Mutterschutz war, habe ich in Vollzeit übernommen. Seit Jänner ist sie gering- fügig zurück und wir teilen uns einige Aufgaben. Da ich den größten Anteil der Stunden mache, übernehme ich das Daily Business sowie die meisten Meetings mit den Fachbereichen und dem Vorstand. Ab September ist Daniela dann wieder für 30 Stunden zurück und dann sehen wir weiter. Ein Maß an Flexibilität ist hier also schon wichtig. DANIELA: Wir haben uns das inhaltlich vorab genau angesehen und überlegt: Welche Arbeitspakete gibt es in welchem Umfang und wie können wir diese so aufteilen, dass sie unseren Talenten und unserem Know-how entsprechen? Wir kannten uns ja vorher schon und mir war klar, dass Anna für alle kreativen Themen perfekt ist. Ich übernehme eher Strategie und Planung, mache also zum Beispiel weiterhin den Mediaplan oder führe die Mitarbeiter:innengespräche. Wir ergän- zen einander sehr gut in Bezug auf unsere Expertise sowie in Hinblick auf persönli- che Eigenschaften. Wie hat das Umfeld beziehungsweise eure Vorgesetzen auf den Vorschlag reagiert? DANIELA: Sehr positiv und offen, wofür ich wirklich dankbar bin. Mir war klar, dass das mit Anna gut funktionieren würde. Aber es braucht auch das entspre- chende Umfeld, die Unterstützung auch der anderen Stäbe und vom Vorstand, da- TOPSHARING. Für viele Frauen stellt sich irgend wann die Frage: Kind oder Karriere? Warum aber nicht: Kind und Karriere? Möglich macht das „TopSharing“ – ein Arbeitszeitmodell, bei dem sich zwei Personen eine Führungsposition teilen. »Das Modell lässt sich grund sätzlich auch in anderen Jobs gut umsetzen – vorausgesetzt, die Vertrauensebene stimmt.« DANIELA LEHENBAUER, MARKETING & COMMUNICATIONS, RCG Fallbeispiele Vertrauen ist alles – Führen im Doppelpack TOPSHARING-PIONIERINNEN. Daniela Lehenbauer und
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