Nachhaltigkeitsbericht 2021
ÖBB Nachhaltigkeitsbericht 2021 116 D er Verkehrssektor ist für fast 30 Prozent der gesamten CO 2 - Emissionen der EU verantwort- lich. Den größten Teil davon verursacht der Straßenverkehr: Pkw, Nutzfahrzeuge, Lastkraftwagen und Busse erzeugen über 70 Prozent aller auf den Verkehr zurückzuführenden Emissionen von Treibhausgasen. Da wird schnell klar, dass hier im Sinne des Klimaschutzes eine große Änderung bevorstehen muss. Die angestrebte Verkehrsverlagerung und die europäischen und nationalen Klimaziele sind damit eine enorme Chan- ce für die europäischen Bahnen und ein wesentlicher Hebel für mehr Nachhaltig- keit im Mobilitätssektor. Das europäische Bahnsystem: historisch gewachsen Doch dazu braucht es gemeinsame Anstrengungen. In Europa gibt es aktuell viele historisch gewachsene, nationale Bahnsysteme. Ein effizienter, grenzüber- schreitender Bahnverkehr und somit ein Ausbau der Bahn ist aber nur dann möglich, wenn die unterschiedlichen Standards vereinheitlicht werden. Das betrifft sowohl den Betrieb und die Infrastruktur als auch die Technik und gilt für den Güterverkehr ebenso wie für den Personenverkehr. In den letzten beiden Dekaden hat sich technologisch einiges getan – was grundsätzlich positiv ist, die bestehen- den Schwächen aber zusätzlich ver- stärkt. Das System ist fragmentiert, oft nicht interoperabel. Kurz gesagt: Im europäischen Eisenbahnsektor gibt es einen dringen- den Bedarf an Zusammenarbeit, um die nötige Transformation anzugehen und zu sichern. Es braucht neue Technologi- en ebenso wie einheitliche Systeme und Standards. Standardisierte Technologie, einheitlicher Betrieb Mit Ende 2021 startete ein Forschungs- und Innovationsprogramm, das sich genau dies zum Ziel setzt: Europe’s Rail Joint Undertaking (ER JU) ist eine Part- nerschaft, die die Rolle der Eisenbahn im Einklang mit dem europäischen Green Deal massiv stärken möchte. Auch auf nationaler Ebene, für die Umsetzung des österreichischen Mobilitätsmaster- plans, ist die europäische Kooperation in Europe’s Rail Joint Undertaking ein wichtiges Instrument. „Gerade im Hin- blick auf die Herausforderungen rund um den Klimaschutz und die notwendige Verkehrsverlagerung auf die Schiene besteht der dringende Bedarf, die Leis- tungsfähigkeit des Systems Bahn zu er- höhen. Gelingen kann uns das durch den smarten Einsatz von Technologien“, so Bertram Ludwig, der die ÖBB Beteiligung am ER JU koordiniert. Insgesamt 25 Bahngesellschaften, Partner aus Industrie und wissenschaft liche Institutionen ziehen dabei an einem Strang und investieren insgesamt 1,2 Milliarden Euro in die Zukunft des europäischen Bahnsystems. Rund die Hälfte des Budgets wird durch die Euro- päische Union kofinanziert. Fallbeispiele 25 Bahngesellschaften, Partner aus Industrie und Wissenschaft ziehen an einem Strang, um die Transformation anzugehen. EUROPE’S RAIL JOINT UNDER TAKING. Europas Bahnen sollen bis 2030 noch leis- tungs- und wettbewerbs fähiger werden, um damit einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Gelingen soll dies durch ein neues Forschungs- und Innovationsprogramm. Europa verbinden INNOVATIV. Den Betrieb weiter optimieren beispiels
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