Nachhaltigkeitsbericht 2021

117 Technologie mitgestalten Die ÖBB sind in Österreich neben der Voestalpine Railway Gründungsmitglie- der des Programms. „Europe’s Rail Joint Undertaking“ bietet uns die Chance, technologische Schwerpunkte des Systems Bahn in Europa mitzugestalten. „Damit können wir produktiver werden, unsere Kapazität und Qualität steigern und die Bahn somit wettbewerbsfähiger gegenüber anderen Verkehrsträgern ma- chen“, sagt Mark Topal-Gökceli, Leiter Systemtechnik & Konzernproduktion in der ÖBB-Holding. Aber auch Bedarfs- und Umsetzungsorientierung bei der Entwicklung von Technologien und ein einheitlicher Betriebsprozess stehen für die ÖBB klar im Vordergrund. „Wir erwarten uns von dem Programm kon- krete technologische Entwicklungen, die in Demonstrationsprojekten umgesetzt werden und möglichst bald marktfähig sind“, erklärt Mark Topal-Gökceli. Keine einfache Aufgabe, und so kommen auch auf die Techniker:innen, Betriebsmanager:innen und Projektmanager:innen der ÖBB große Herausforderungen zu. Zentrale Projekte der ÖBB Beteiligung sind die Weiterent- wicklung der digitalen automatischen Kupplung (DAK), Innovationen im Be- reich der Regionalbahnen, die Stärkung der grenzüberschreitenden Güterver- kehre sowie weitere Automatisierungs­ schritte in der Betriebsführung (ATO). Schlüsselelement Digitale Automatische Kupplung Will man das Schienenverkehrssystem in Europa effizienter und moderner gestalten und im Wettbewerb mit kostengünstigen Lkw bestehen, ist sie entscheidend: die „Digitale Automatische Kupplung“ (DAK). Mit ihr lassen sich Kapazität, Produktivität und Qualität im Güterverkehr steigern. Derzeit müssen Güterwaggons noch per Hand aneinandergekuppelt und kontrolliert werden. In Zukunft sollen die Wagen mit einer Digi- talen Automatischen Kupplung miteinander verbunden werden – also einer Kupplung mit einer Luft-, Strom- und Datenleitung. Das bedeutet, dass im Vergleich zur reinen Schrauben- kupplung der Kupplungsvorgang nicht mehr händisch, sondern weitgehend automatisiert erledigt wird. Außerdem ist damit eine durchgängige Strom- und Da- tenverbindung am Wagen sichergestellt. Es reicht aber nicht aus, wenn einzelne Länder auf diese Innovation setzen. „Die Zusammenarbeit des gesamten Sektors ist unverzichtbar. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es entscheidend, dass alle Eisenbahnverkehrsunternehmen und Wagenhalter in ganz Europa gleichzeitig und koordiniert auf das neue System um- steigen“, erklärt Constanze Bannholzer, Programmleitung Digitale Automatische Kupplung, ÖBB- Holding. Mit ersten Tests wurde bereits begonnen. Im Frühjahr 2022 fährt ein „DAK- Demonstratorzug“ durch Österreich, Deutschland und die Schweiz, um vor Ort betrieb- liche Probeläufe mit dem neuen DAK-Kupplungsdesign durchzuführen. Bis zur Serienreife ist es allerdings noch ein langer Weg. „Wir sind aber zuversichtlich, dass es gelingen wird. Nicht zuletzt deshalb, weil die DAK als Grundlage für die digitale Transfor- mation auch zu einem zentralen Hebel in den Klimaschutzbestrebungen Europas geworden ist“, so Mark Topal-Gökceli. < »Es ist unsere Chance, techno­ logische Schwer­ punkte des Systems Bahn in Europa mitzu­ gestalten.« MARK TOPAL-GÖKCELI, LEITER SYSTEMTECHNIK & KONZERNPRODUKTION, ÖBB-HOLDING Die Zukunft der Bahn Europe’s Rail Joint Undertaking im Überblick Laufzeit 2022 bis 2028 / 2031 Gesamtbudget: 1,2 Milliarden Euro; 50 Prozent des Gesamtbudgets werden von der EU bereitgestellt, die anderen 50 Prozent durch Eigenleistungen der 25 Partner; Betei- ligung der ÖBB an den Gesamtprojektkosten: rund 53 Millionen Euro Zehn Partnerbahnen: ÖBB, ADIF (Spanien), CD České dráhy, a.s. (Tschechien), Deutsche Bahn, Group FSI (Italien), NO Rail Directora- te (Norwegen), PKP (Polen), ProRail and NS (Niederlande), SNCF (Frankreich), Trafikverket (Schweden) 13 Industriepartner: Alstom, Angel- rail, AZD, CAF, eSGR JV, Faiveley (Wabtec), Hitachi Rail STS, Indra + Talgo, Knorr Bremse, Siemens, Strukton, Thales GTS, Voestalpine Zwei wissenschaftliche Partner: CEIT Research Center (Spanien), Deutsches Zent- rum für Luft- und Raumfahrt (Deutschland) Fokusthemen und größtes Investment der ÖBB in den Bereichen „Digitale Automati- sche Kupplung“ (DAK), Wirtschaftlichkeit der Regionalbahnen, „Automatic Train Operation“ (ATO) weise mit der Digitalen Automatischen Kupplung

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