Nachhaltigkeitsbericht 2021

ÖBB Nachhaltigkeitsbericht 2021 118 E in Verkehr ohne CO 2 ist ein sehr ambitioniertes Ziel oder „ein Jahrhundertprojekt“, als das es der Leiter der Abteilung Mobilitätswende im Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), Hans-Jürgen Salmhofer, tituliert. Denn um Klimaneu- tralität 2040 im Verkehrssektor zu errei- chen, müssen die Emissionen von heute (Stand 2019) circa 24 Millionen Tonnen CO 2 -Äquivalente bis 2040 auf nahezu null reduziert werden. Gelingen soll das mit dem Mobili­ tätsmasterplan 2030, der dafür ein sogenanntes Backcasting-Modell nutzt. Dabei wird auf Basis des gesetzten Ziels – Netto-Null Emissionen im Verkehr im Jahr 2040 – definiert, was wann dafür zu tun ist. Der Mobilitätsmasterplan ver- folgt dabei drei Strategien: Vermeiden, Verlagern und Verbessern. Vermeiden ohne Verzicht Klar ist, dass der Verkehr der umwelt- und klimafreundlichste ist, der gar nicht erst stattfindet. Ziel ist es daher, bis 2040 die Personenverkehrsleistung in zu- rückgelegten Kilometern auf dem Niveau von heute zu halten, was angesichts des Bevölkerungswachstums einer Reduktion von bisher 35,4 auf etwa 33,2 Kilometer pro Tag entspricht. Der Güterverkehr soll trotz eines Wirtschaftswachstums von 40 Prozent bis 2040 nur um bis zu zehn Prozent wachsen. Verkehr vermeiden bedeutet aber nicht notwendigerweise Verzicht. Viel- mehr führt beispielsweise eine innovative und nachhaltige Städte- und Raumpla- nung gleichzeitig zu einer Reduktion der Verkehrsnachfrage und zu einer Steige- rung der Lebensqualität. Kurzfristiger können Homeoffice und Telearbeit, die Bildung von Fahrgemeinschaften oder die Stärkung der regionalen Wirtschaft beitragen, Verkehr und damit CO 2 zu vermeiden. Verlagern, was und wo es geht Verkehr und Transport, der sich nicht ver- meiden lässt, soll auf umweltfreundliche Verkehrs- und Transportmittel verlagert werden. Ziel ist es, dass im Personen- verkehr der Anteil des motorisierten Individualverkehrs an den zurückgelegten Wegen bis 2040 auf rund 40  Prozent sinkt. Umgekehrt soll der Anteil der Wege, die mit energie- und ressourcenef- fizienten Verkehrsmitteln oder aktiven Mobilitätsformen (zu Fuß oder mit dem Rad) zurückgelegt werden, auf rund 60  Prozent steigen. Im Güterverkehr ge- staltet sich die Verlagerung vor allem auf kurzen und mittleren Strecken schwie- riger. Potenziale gibt es aber auch hier. Ziel ist es jedenfalls, den Modal Split der Schiene auf 40  Prozent zu erhöhen. Um die angestrebte Verlagerung auf die Schiene zu ermöglichen, muss deren Kapazität und Effizienz gesteigert werden. Ganz konkret wollen die ÖBB bis 2040 ihre Leistungsfähigkeit sogar verdoppeln. Erreicht werden soll das durch den Ausbau der Schieneninfra- struktur, die weitere Digitalisierung des Bahnbetriebs und den Einsatz von mo- dernen Fahrzeugen. Entscheidend wird aber auch sein, dass die Wettbewerbsbe- dingungen für Schiene, Straße und Luft angeglichen werden und Kostenwahrheit im Verkehrssektor geschaffen wird. Verbessern durch die Energiewende im Verkehr Ziel für den verbleibenden Verkehr ist es, diesen zu verbessern und effizient zu gestalten. Dabei geht es vor allem um die Reduktion des Energieverbrauchs und um den Umstieg auf emissionsfreie Antriebe. Fallbeispiele Zukünftige Verkehre sollen mit der jeweils effizientesten verfügbaren Technologie klimaneutral betrieben werden. MOBILITÄTSMASTERPLAN 2030. Der Mobilitätsmaster- plan 2030 zeichnet den Weg, wie der heimische Verkehrs- sektor bis 2040 klimaneutral wird. Erreicht werden soll das Ziel über drei Schienen und die ÖBB spielen nicht nur deswegen eine entschei- dende Rolle dabei. Vermeiden, verlagern, verbessern ROLLENDE LANDSTRASSE. 2021 konnten die Ergebnis-

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