Nachhaltigkeitsbericht 2021
85 ÖBB Infrastruktur forciert Recycling Sinnvolle Kreislaufwirtschaft und die Wiederverwendung von Materialien spart Kosten und trägt unter anderem auch zur Reduktion der Scope-3-Treibhausgasemissionen bei. Die ÖBB-Infrastruktur setzt jährlich große Mengen an Rohstoffen und Materialien ein. Die Hauptmasse macht der Gleisschotter (Oberbauschotter) aus, von dem pro Jahr etwa 700.000 Tonnen beschafft werden. An zweiter Stelle stehen Betonschwellen mit circa 60.000 Tonnen pro Jahr. Den mengenmäßig drittwichtigsten Input stellen die Schienen mit etwa 30.000 Tonnen pro Jahr dar, die zur Gänze wiederverwendet wer- den können. Durch die Definition der zu verwendeten Materialien, insbesondere die Verwendung von Betonschwellen anstelle von getränkten Holzschwellen, können all diese Stoffe am Ende ihrer langen Lebensdauer zu einem überwiegenden Teil wiedereingebaut bzw. recycelt werden. Wiederverwertbarkeit und Wiederverwend- barkeit sind auch ökologische Zuschlagskriterien bei der Materialbeschaffung. Recycling am Beispiel: Kraftwerk Obervellach II Im Zuge der Bauarbeiten wird ein Ausgleichsbecken in der unmittelbaren Umgebung des neu errichteten Kraftwerks geschaffen, das die umweltverträgliche Einleitung der für die Bahnstromerzeugung verwendeten Wässer in die Möll sicherstellen wird. Der Großteil der für das Ausgleichsbecken benötigten Baumaterialien (Dammschüttun- gen) wird in den Untertageabschnitten des Kraftwerksvorhabens gewonnen und direkt vor Ort wiederverwertet. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Klimaschutz. Ressourcenmanagement, Abfall, Fläche / Boden, Wasser. Baustoff Holz VERKEHRSVERLAGERUNG. Die ÖBB setzen verstärkt auf den Einsatz von Holz als Baustoff und prüfen bereits in einer frühen Planungsphase, ob dessen An- wendung – in Hinblick auf die Nutzungsdauer – sinnvoll und nachhaltig ist. Insbesondere bei Fassaden, temporären Bauten (Baubüros, Infoboxen), Hallenbauten, Bürogebäuden und bei Verkehrsstationen (Holzuntersichten beim Bahnsteigdach etwa in Kirchstetten Bf. und Stadlau – Marchegg) soll Holz zunehmend zum Einsatz kom- men. So wurde im Berichtszeitraum etwa das Anlagen-Service-Center Mürzzuschlag, das zukünftig unter anderem der Instandhaltung des Semmering-Basistunnels dient, mit einer zum Teil in Holzbauweise errichteten Gleishalle fertiggestellt. Ebenso wurden die Arbeiten an der Haltestelle St. Pölten Bildungscampus mit einem in Holz ausge- führten Technikgebäude im Berichtszeitraum abgeschlossen. Beim Kraftwerk Obervel- lach II wurde das Dach des neuen Kraftwerks zur Gänze in Holzbauweise errichtet. Für die Planungen des partiell in Holz gehaltenen Bürogebäudes des neu zu errichtenden Anlagen-Service-Centers Werndorf wurde der ÖBB-Infrastruktur im Jahr 2021 von der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖNGB) ein Planungszertifikat für den höchsten Standard verliehen. Das Anlagen-Service-Center Werndorf wird in Zukunft für die Instandhaltung der Koralmbahn gebraucht. Diese Maßnahme wirkt in den Bausteinen: Klimaschutz. Ressourcenmanagement, Abfall, Fläche / Boden, Wasser. Wirtschaftsmotor, wertschöpfende Investitionen & zukunftsfähige Finanzierung. Dekarbonisierungspfad Mobilität. In der Verantwortung für einen wirksamen Klimaschutz haben die ÖBB die De- karbonisierung des Unternehmens und seiner Produkte als Fokusbereich definiert. Die Ambition lautet: Klimaneutralität des Bereiches ÖBB Mobilität ab 2030. Zur konkreten Umsetzung wurde 2021 die Erarbei- tung eines Dekarbonisierungspfades für den Mobilitätsbereich gestartet, um den Weg bis 2030 mit konkreten Maßnahmen zu beschreiben. Neben der Darstellung der Ist-Situation standen erste geplante beziehungs- weise fixierte Schritte zur Reduktion von THG-Emissionen (Strategien, Programme, Maßnahmen) und die Prognose der jeweiligen CO 2 -Ersparnis im Mittelpunkt.
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