railaxed - HERBST 2022

Die Highlights Und nun zu den Highlights, die man in 48 Stunden erleben kann: Wenn ich Gäste habe, dann zeige ich ihnen zuerst das historische Zentrum der Stadt samt Schloss. Das Castello di Udine gilt als das Wahrzeichen der Stadt, stammt aus dem 12. Jahrhundert und war einst die Residenz des Patriarchen von Aquileia, später der venezianischen Statthalter. Auf der Piazza Castello finden regelmäßig Konzerte und Theateraufführungen statt, gerade im Herbst treten oft internationale Superstars auf, also haltet die Ohren offen. In Inneren des Schlosses befinden sich verschiedene Museen – von Fotografie bis Archäologie. Soviel Kultur macht meistens hungrig, ich kann euch nur raten, die lokale Spezialität zu probieren: Gersten-Bohnen-Suppe mit Pasta und ge­ räuchertem Hüttenkäse wärmt die Seele auch an verregneten Tagen. Oder ihr kostet euch in der „Vineria La Botte“ durch lokale Bio- Weine und Craft Biere, das regt sicherlich auch die Glückshormonproduktion an. Außerdem gibt es hier die besten Antipasti der Stadt, sogar für Menschen, die unter Glutenunverträglichkeit leiden. Ein Gesamtkunstwerk Allora, genug vom Schlemmen (auch wenn ich endlos davon berichten könnte): Mein Kraftort in Udine ist die Casa Cavazzini. Der einstige Wohnsitz einer wohlhabenden Familie aus dem 16. Jahrhundert wurde mutig umgebaut. Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst wirkt luftig und offen, die Geschoßdecken wurden teilweise durch Stege ersetzt, was den Räumen eine wunder­ bare Leichtigkeit verleiht. Ein Stockwerk wurde allerdings originalgetreu erhalten und ist damit ein hochinteressantes Zeitzeugnis. Die große Bandbreite von Design, Malerei unterschiedlicher Epochen, Skulpturen und Fotografie macht den Besuch zu einem Happening für alle Sinne, also nehmt euch genug Zeit! Wer es noch progressiver mag: Die Galleria Nuovo Spazio und „ARTtime“ geben talentiertem Nachwuchs eine Platt­ form, ich schätze die Arbeiten des Kollektivs „Spazio Crasi“ ganz besonders. Udine ist aller­ dings ein Gesamtkunstwerk – ein Spaziergang reicht aus, um sich inspirieren zu lassen. Ich empfehle einen Abstecher zur Piazza Giacomo Matteotti: Der riesige viereckige Platz ist das Zentrum der Stadt, eingefasst von bunten Häusern, die sich dicht aneinanderschmiegen. In den Arkaden und vor den vielen Cafés pulsiert das Leben, wer sich also wirklich einheimisch fühlen will, sollte hier zumindest ein paar Stunden verbringen. Auch die Piazza Libertà solltet ihr besuchen, der Uhrturm Torre dell’Orologio ist ein beliebtes Fotomotiv. Unter dem Zifferblatt fällt der Markuslöwe auf – die Stadt stand fast 400 Jahre lang unter der Herrschaft Venedigs, das merkt man an allen Ecken und Enden. Udines Umgebung Apropos Ende: In 48 Stunden hat man auch Zeit, die Umgebung Udines zu erkunden – oder man verlängert einfach seinen Aufenthalt. Der lokale Cormor Park mit botanischem Garten eignet sich zum Entspannen und ist ein guter Platz zum Joggen, Flanieren und Picknicken – Weinliebhaber:innen kommen hingegen im nahen Cividale del Friuli auf ihre Kosten. Das pittoreske Städtchen liegt nur etwa 20 Bahn­ minuten von Udine entfernt. Oder man besucht – ich bin die Strecke mit dem Bike gefahren – die historische Villa Manin, ein magischer Ort der Kultur und Kulinarik. Bereits die Anfahrt ist ein Erlebnis für sich, man radelt mehrere Kilometer schnurgerade auf das imposante Gebäude zu und fühlt sich dabei wie auf einer Zeitreise. Vielleicht hat mich Udine deshalb so in den Bann gezogen: Tradition und Moderne erblühen in Harmonie – und hungrig bleibt man bei uns auch niemals! • SABINA JOKSIMOVIĆ Zur Person Die gebürtige Serbin ist seit 14 Jahren überzeugte Veganerin und lebt die Fleisch­ losigkeit auch beruf- lich aus: In der Küche des „Caffè Tomaso“ sorgt sie mit regiona- len Produkten für nachhaltig gute Ge- schmackserlebnisse. Mit ihren 33 Jahren ist sie der Popstar der pflanzlichen Haute Cuisine und wurde schon mehrfach aus- gezeichnet. instagram.com/ sabinajoksimovic Historisches Herz: Friaul-Julisch Venetien entdeckt man am besten von Udine aus. Tagesausflug: Die mittelal­ terliche Stadt Cividale del Friuli begeistert mit ihrer Tradition und Geschichte. Kultur & Kulinarik: Die Villa Manin in Codroipo bei Udine beeindruckt nachhaltig. Ab Wien gibt es zwei Railjet Direktver- bindungen über Villach nach Udine. Von Salz- burg aus kann man in Villach ebenso 2 x täg- lich in den Railjet um- steigen. Wer lieber im Schlaf reisen will: Der ÖBB Nightjet nach Venedig mit Halt in Udine bringt uns ans Ziel und ist ideal für Reisende aus Wien und Linz. Infos: oebb.at/italien Tipp 32 33 railaxed Herbst 2022 Fotos: Flavio Vallenari/istock (linke Seite oben), Nicola Simeoni/AdobeStock (linke Seite links), Privat (linke Seite rechts), Marco Taliani/AdobeStock (rechte Seite)

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