railaxed - HERBST 2023

Wachstum und Moder- nisierung D ie Bahn erlebte ab den 1970er-Jahren einen großen Modernisierungssprung. Das Tempo stieg, die Reisenden erwartete mehr Komfort und auch im Güter- verkehr änderten sich die Erfordernisse der verladenden Industrie. Um den neuen An- forderungen gerecht zu werden, starteten die ÖBB ein großes Waggonerneuerungs- programm. Ab 1974 lieferte die öster- reichische Fahrzeugindustrie laufend Loko­ motiven aus – mit einer Leistung von 5.400 Kilowatt und einer Höchstgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern. Ein für diese Zeit durchaus beeindruckendes Tempo. Passend dazu erwarb man von der öster- reichischen Schienenfahrzeugindustrie moderne, erstmals auch klimatisierte Reise- zugwagen mit diesem Geschwindigkeitsprofil. Bei diesem Modernisierungsschub wurden verschiedene Personenwaggons bestellt: Wagen der 1. und 2. Klasse, gemischte Waggons sowie Gepäck- und Speisewagen. Damit entsprach der ÖBB Fuhrpark endlich wieder den internationalen Standards west- europäischer Eisenbahnverwaltungen. Mehr Tempo, höhere Sicherheit Zusätzlich wurde verstärkt in die Sicherheit des immer dichter werdenden Bahnverkehrs investiert. So ersetzte man Schritt für Schritt niveaugleiche Eisenbahnkreuzungen sowie Schrankenanlagen durch Unter- oder Über- führungen. Den Wagenumlauf im Güterverkehr beschleunigte man durch den Bau von drei Zentralverschiebebahnhöfen in Wien, Villach und Wolfurt erheblich. Der stark an- Der neue Austrotakt „ NAT 91 “ : Getaktete Abfahrtszeiten und Intervalle brachten für die Reisenden einen einfach handhabbaren Fahrplan sowie kurze Umsteigzeiten. Das Bahnfahren wurde schneller und vor allem wesentlicher komfortabler. Der erste Taktfahrplan wurde eingeführt, der Güterverkehr modernisiert. 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1970 1971 19 70 -19 95 Mio. Fahrgäste nutzten im Jahr 1973 die Züge der ÖBB, 20 Jahre später waren es bereits 186 Millionen Bahn- fahrende. Auch bei den Bus- reisenden war im gleichen Zeitraum ein Anstieg zu verzeichnen: Zählte man im Jahr 1973 noch 69 Millionen Passagiere, waren es 1993 bereits 95 Millionen. 173 1: Schnellzug auf der Südbahnstrecke in den 1970er- Jahren 2: Zweigleisiger Ausbau der Tauern- südrampe mit der Pfaffenberg- Zwenberg-Brücke 3: Schnellfahr-Versuchslokomotive „1044.501“ 4: Ein ÖBB Werbe­ plakat wirbt bereits in den 1970ern mit Elektromobilität gewachsene internationale Containerverkehr erforderte außerdem den Bau von leistungs- starken Terminals und Kränen. Im Personen- verkehr war die Einführung des neuen Austro- takts „NAT 91“ für seine Zeit revolutionär. Getaktete Abfahrtszeiten und Intervalle brachten für die Reisenden einen einfach handhabbaren Fahrplan sowie kurze Umsteigzeiten. Außerdem startete man ein Bauprogramm, das erste Streckenausbauten mit Begradigungen und Tunnelführungen umfasste, um die Fahrzeiten auf der Westbahnstrecke und im Inntal stark zu verkürzen. 2 3 4 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1 Fotos: ÖBB/Infra, Max Erhart (Foto 4) 62 63 railaxed Herbst 2023

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