railaxed - HERBST 2023
Die Neu- organisation Ö sterreich trat 1995 der EU bei. Das bedeutete, dass die Organisation der ÖBB an die geänderten gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst werden musste. Diese machten eine Trennung in Infrastruktur- und Absatzbereiche mit eigener Firmenstruktur und Bilanzierung notwendig. Es erfolgte eine Umgründung mit drei AGs: ÖBB-Infrastruktur AG, ÖBB-Personenverkehr AG sowie Rail Cargo Österreich AG. Eigen- tümer der drei Aktiengesellschaften ist die ÖBB-Holding AG. Sie übernimmt auch die oberste strategische Führung und Gesamt- steuerung des ÖBB Konzerns. Die Holding selbst steht im 100-prozentigen Eigentum der Republik Österreich. DOSTO und „Talent“ kamen Durch das dritte und vierte Eisenbahnpaket der EU ergab sich, dass auch private Eisen- bahnverkehrsunternehmen Zugang zum österreichischen Bahnmarkt bekommen mussten. Zugleich wurde das Angebot weiter ausgebaut: Kontinuierliche Strecken- erweiterungen sowie die Ausdehnung des S-Bahn-Netzes in den Bundesländern führten zu starken Verkehrszuwächsen, die auch durch die Errichtung erster Park & Ride-Anlagen ermöglicht wurden. Auch die Wirtschaftlichkeit des Personenverkehrs wurde optimiert, denn die Umstellung von lokomotivbespannten Nahverkehrszügen auf sogenannte Wendezüge ersparte das zeit aufwendige und personalintensive Umsetzen der Lokomotiven in den Endbahnhöfen. Ab 2003 kamen so auf der Stammstrecke der Wiener Schnellbahn zusätzliche Doppelstock- züge (DOSTO) zum Einsatz. Ab 2004 setzte man dann auch neue elektrische Nahverkehrs- triebwagen ein. Diese „Talent“ genannten Garnituren waren schneller und außerdem komfortabler als die bisher verwendeten Züge. Sie bildeten die Grundlage für die im Der EU-Beitritt machte eine Aufspaltung der ÖBB notwendig. Parallel dazu wurden das S-Bahn-Netz ausgebaut, neue Züge angeschafft und ein Jet aufgegleist. Mio. Fahrgäste nutzten die Züge der ÖBB im Jahr 2003, die auf den damals insgesamt 5.656 Streckenkilometern unterwegs waren. 48.372 Mitarbeiter:in- nen bewerkstelligten, dass alles glatt lief und auch die 87 Millionen Tonnen Güter gut ankamen. 184 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 1995 1996 1 19 95 -20 10 1: Railjet-Steuer wagen präsentiert bei der Tourismus- und Automesse 2009 2: Der ÖBB Railjet bei seiner Fahrt durch Neulengbach 3: Nahverkehrs triebwagen „Talent“ am Bahnhof Praterstern 4: Der Doppelstock- Wendezug, genannt DOSTO, auf der Weststrecke nahe St. Pölten Umland der Landeshauptstädte entstandenen S-Bahn-Systeme. Die modernen Triebwagen boten in puncto Regionalstrecken einen bisher unbekannten Sitz- und Reisekomfort. Mit Türüberwachung und Kameras aus- gestattet, konnten solche Triebwagen erst- mals nur mit der oder dem Triebfahrzeug führer:in allein besetzt werden. 2008 brach mit dem Start des Railjets im Fernverkehr ein neues Zeitalter an: Die Railjet-Garnituren bedienen seither die Hauptverkehrsachsen und werden im grenzüberschreitenden Verkehr eingesetzt. Dort konnten sie bereits damals ihr volles Potenzial mit Geschwindigkeiten von bis zu 230 Stundenkilometern ausspielen. 2 3 4 Fotos: ÖBB/Infra, ÖBB/Harald Eisenberger (Foto rechts unten), ÖBB/Robert Deopito (kleines Foto rechts oben) 64 65 railaxed Herbst 2023
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