railaxed - FRÜHLING 2024
stoffen notwendig sind. Hinzu kommt, dass zwar Pflanzen im Wachstum so viel CO 2 auf- nehmen, wie sie bei der Verbrennung abgeben, aber zusätzliches CO 2 durch den Anbau-, Ernte- und Herstellungsprozess, bei der Ver- brennung und durch die Landnutzungsänderung entsteht. Das Resultat des Einsatzes von Stick- stoff-Düngemitteln sind noch weitere klima- schädliche Gase wie Lachgas. Daher kann der CO 2 -Abdruck niemals null sein. Fazit: Die Praxis, wertvolles Getreide oder Ölsaaten in Treibstoffe umzuwandeln, ist somit nicht nur energetisch ineffizient und damit weder ökologisch noch klimaschonend, sondern bedroht auch die Versorgung mit wertvollen Lebensmitteln. 4. Alles recycelbar? Ein gängiger Greenwashing-Trick ist, auf die Verpackung „recycelbar“ zu drucken. Viele Bürger:innen nehmen an, dass diese Ver- packungen dann auch wirklich recycelt werden. Recycelbar heißt nicht automatisch, dass das Produkt recycelt wird, sondern nur, dass es theoretisch recycelt werden könnte. Viele recycelbare Verpackungen werden nicht aussortiert, weil das Recycling nicht rentabel ist oder sie zu stark verunreinigt sind. Es wird suggeriert, dass Unternehmen umweltbewusst handeln, doch tragen sie wenig dazu bei, dass Verpackungen zurückgenommen und wieder- verwendet oder recycelt werden. Ein wichtiger Schritt: Mit 1. Jänner 2025 tritt ein Gesetz in Kraft, das ein Pfandsystem für Plastikflaschen und Aludosen einführt. Noch ein interessanter Fakt zum Thema „Öko-Look“: Verpackungen aus Pappe bzw. im bräunlichen Papp-Look machen einen vermeintlich umweltfreundlichen Eindruck, in manchen Fällen handelt es sich aber um einen Pappmantel mit einem Innenleben aus Plastik. Getränkekartons sind zum Beispiel meist aus Neumaterial und sehr schwer recycelbar. Die verschiedenen Materialien werden durch komplizierte chemische Prozesse verbunden und sind aufwendig wieder zu trennen, weshalb sie nicht recycelt, sondern verbrannt werden. Fazit: Am besten auf wiederverwend- bare Verpackungen wie z. B. Mehrweg achten. 5. Kleider zurückbringen – echt nachhaltig? Jede Sekunde wird auf der Welt eine LKW- Ladung an Kleidungsstücken verbrannt oder auf einer Mülldeponie entsorgt. Anstatt dem entgegenzuwirken und Emissionen sowie den Rohstoffverbrauch drastisch zu reduzieren, beschränken sich viele Unternehmen darauf, ihre Produkte als „grün“ darzustellen. Alte Kleidung zurückzubringen und dafür einen Gutschein zu bekommen oder Rabatt auf neue Kleidung zu erhalten – das regt einerseits zum Neukauf an, andererseits wird wohl nur ein kleiner Anteil recycelt. Expert:innen schätzen, dass es sich hierbei nur um etwa ein Prozent handelt. Beispiel: Ein Kleidungsstück, das aus unterschiedlichen Materialien hergestellt wurde, ist fürs Recycling ungeeignet und landet auf der Mülldeponie. Und: Die Recyclingfasern in der Kleidung stammen hauptsächlich aus Plastikflaschen! Fazit: Besser hochwertige, dafür weniger Produkte kaufen und lange nutzen, in Second-Hand-Shops stöbern oder auch mal Tauschbörsen be- suchen. Denn: Wir befinden uns mitten in der Klima- und Artenkrise. Die Textilindustrie ist allein für bis zu zehn Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich und eine der Hauptursachen für die weltweite Wasserverschmutzung. • EU- Regelungen Derzeit werden auf EU-Ebene zum Thema Greenwashing neue Richtlinien und -änderungen verabschiedet. Das wird erstmalig zu verbindlichen Rege- lungen im Bereich Umweltbehauptungen führen. Die Schauspielerin Emma Thompson unterstützt die Greenpeace- Kampagne gegen Greenwashing. Foto: Ramona Waldner www.osttirol.com www.iseltrail.at Genusswandern am längsten noch frei fließenden Gletscherfluss der Alpen mit individuell wählbaren Teilstrecken. Von der Dolomitenstadt Lienz im grünen Talboden bis zum arktischen Gletschertor im Nationalpark Hohe Tauern. Ein einzigartiges Naturerlebnis entlang der Isel. Stress- und staufreie Anreise zum Iseltrail mit den ÖBB – gut fürs Klima, gut für dich! Alle Infos zur Anreise: oebb.at/osttirol 48 Greenpeace Foto: Lorenzo Moscia/Greenpeace
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